Ho Chi Minh City / Saigon

Der Weg zum Grenzübergang stellte sich als sehr langwiedrig heraus, da es 2 Unfälle gab, viel zu viel Verkehr herrschte und die Straßen auch nicht so gut sind. Irgendwann spät waren wir dann doch aber da. Der Grenzübergang von Kambodscha nach Vietnam war nun der 2. Auf dieser Reise und doch etwas anders als der von Thailand nach Kambodscha. Warum er anders war? Nun um nicht 10 Stunden auf die Bearbeitung unserer Pässe zu warten bat uns Minh (unser Guide, der die ganze Zeit mit uns reiste) bei dem Ausreisen, 1$ in den Pass zu legen und beim Einreisen in Vietnam 2$ in den Pass zu legen. Tatsächlich waren wir nach ungefähr 1 Stunde dann über der Grenze, obwohl es sich doch etwas schräg anfühlt tatsächlich Bestechung zu begehen. Wenn man sich aber umgeschaut hat, hat jeder den ich gesehen habe dasselbe gemacht.

Kaum in Vietnam angekommen merkten wir direkt, dass hier die Straßen um einiges besser waren. Dafür aber der Verkehr genauso übel wie vorher auch schon. Um 18 Uhr waren wir dann endlich in unserem Hostel mitten in Ho Chi Minh angekommen. Hier haben dann nochmal schnell alle geduscht (von uns 18 Leuten, hatte sich 1 getraut in Chambok mit der Schöpfkelle zu duschen) und dann ging es auch schon hinaus ins Nachtleben der Stadt, wo auch mächtig was los war. Es musste schließlich der letzte Abend gefeiert werden, da am darauffolgenden Tag die ersten von der Gruppe sich verabschiedeten während neue dafür dazustoßen würden.

Am nächsten Tag machten wir eine Cycling-Tour. Wer hier jetzt denkt man würde selber Rad fahren, der liegt falsch. Man sitzt quasi vor dem eigentlichen Fahrer, das kann man sich so ungefähr vorstellen wie eine Art Kindersitz (siehe Bild unten). Mein Fahrer war übrigens ein alter dürrer Mann, der wenn ich es richtig gesehen habe keine Zähne mehr hatte.

Unsere erste Station war das War Remnants Museum, das über den Vietnam-Krieg, oder wie er dort genannt, Amerika-Krieg ging. Unserer Gruppenführer des Tages war ein sehr emsiger kleiner Mann, er brachte uns direkt in das Museum hinein zeigte uns Raum eins und sagte: „Das hier ist der erste Raum. Ihr fangt hier auf der linken Seite an und endet dort auf der Rechten. Danach geht ihr in Raum 2 der ist dort drüben danach in Raum 3 alles gleiches Prinzip. Links anfangen. Ich erwarte euch in einer Stunde unten.“ Natürlich fingen wir also auf der linken Seite an. In dem Museum stand nicht nur etwas zur Kriegsgeschichte sondern es gab viele Fotografien die während des Krieges entstanden sind. Ebenfalls gab es viele Bilder die dokumentierten was der „Agent Orange“ angerichtet hatte, wo man die Fehlstellungen und Fehlentwicklungen sehen konnte. Auch wenn der Krieg jetzt lange vorbei ist, die wahrscheinlichkeit das hier Kinder mit den Mutationen oder Fehlstellungen geboren werden ist deutlich höher. Es gab ebenfalls einen Raum wo die Kinder die eben die Mutationen oder Fehlstellungen hatten, Bilder zu ihrer Situation gemalt hatten. Das war mit Abstand das schlimmste, eben obwohl die Bilder so positiv waren ist einem das einfach nah gegangen. Es gab z.b. Bilder wo die Kinder sich selbst gemalt hatten wie sie mit ihren Füßen das Bild malen, da sie keine Arme haben. Oder es gab Bilder mit Gedankenblasen und in dem einem war ein Fußball und ein Tor und in der anderen Blase war eine Bombe die mit einem großen X durchgestrichen war. Was etwas schräg an dem Museum ist, obwohl es in Vietnam steht und obwohl der Norden gewonnen hat, wirkt es so als ob hier die Amerikaner das Museum gebaut hätten. Den alle Beschreibungen und die vielen Fotografien sind aus amerikanischer Sichtweise.

Nach dem Museum brachten unserer Fahrer uns zum Palast der Stadt und dort wurden uns die Architektur erklärt den in der Fassade verstecken sich mehrere Chinesische Symbole die z.b. Reichtum, Führer oder Chef zeigen. Hier erzählte uns, der Gruppenführer auch von seiner eigenen Geschichte während des Krieges. Er war damals noch ein Kind und gerade am Ende des Krieges als die viele Bomben fielen, waren er und sein Bruder bei ihrem Vater(Arzt) im Krankenhaus und hielten sich dort versteckt. Da die Räume sehr stickig waren, und die Fenster fest verschlossen bleiben mussten pressten die beiden sich möglichst nah an die Tür wo ab und zu noch ein Hauch Luft reinkam. Und genau dieses rettete ihnen tatsächlich das Leben, denn es wurde auch eine Bombe auf das Krankenhaus abgeworfen und traf genau den Raum in dem die Jungen waren und nur weil sie an die Tür gepresst waren, überlebten sie mit ein paar Macken und Kratzern.

2. Station der Tour war die Statue von Thích Quáng Dúc der „Brennende Buddhist“. Im Jahr 1963 zündete er sich selbst an, um so gegen die Unterdrückung der Buddhisten von den Katholiken aufmerksam zu machen.

Weiter ging es dann zu einer kleineren Version des Notre Dame, der nur aus original Teilen aus Frankreich erbaut wurde (Vietnam, war lange Zeit eine Kolonie von Frankreich). Direkt daneben befand sich die Grand Post Station, die irgendwie entfernt and die Grand-Central-Station erinnert. Selbst heute kann man von dort aus noch Post verschicken, auch wenn es eigentlich mehr zu einer Touristen Attraktion geworden ist. Schön war es das es im hinterem Bereich die Möglichkeit gab, auch tatsächlich noch Briefe zu verschicken. Dort saßen auch einige Leute und schrieben eifrig auf ihre Karten (und nein es waren nicht nur Touristen!).

Nach der schönen Tour gingen wir ins Pho 2000 wo auch mal Bill Clinton Gast gewesen ist. Das war aber nicht unbedingt der Grund warum wir dort hin wollten, sondern eher weil es dort das beste Pho Bo der Stadt geben sollte. Es ist kein Lokal wie man es sich vorstellt wenn man hört Bill Clinton war zu Gast, sondern es ist eher wie eine Kantine, wo alle ihre Mittagspause verbringen und sich hin und wieder auch ein Tourist hin verirrt. Pho Bo ist eine Rindfleisch-Nudel-Suppe und sie schmeckt fantastisch!

Abschließend haben wir uns auf die Suche nach dem Ei-Kaffee gehört, der eine Spezialität Vietnams sein soll. Wir wurden auch fündig im „The Melbourne Cafe Saigon“, und hier ist er auch wirklich zu empfehlen, den er wird hier etwas weniger süß gemacht als in anderen Lokalen und auch mit etwas mehr Kaffee aufbereitet als sonst. Dadurch schmeckt das ganze wie Tiramisu! Also wirklich lecker!

Leider mussten wir uns dann von den ersten Leuten verabschieden, den wir fuhren an dem Abend noch mit dem Nachtzug weiter nach Nha Trang, während die anderen dann leider schon heimfuhren. Der Abschluss der ersten Etappe.

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