Kulturschock?

Jetzt nach erfolgreichen 6 Wochen hier, muss ich defintiv sagen dass ich in den ersten Wochen doch einen Kulturschock hatte und tatsächlich sogar in das Muster von Ethnozentrismus gefallen bin, wo ich eigentlich dachte dass ich nach der ein oder anderen Auslandserfahrung doch drüber stehen müsste.

Tue ich aber eben nicht. Ich habe es mir aber auch nicht unbedingt einfach gemacht, in dem ich nach Malaysia gegangen bin dass weiß ich auch. Irgendwo in Europa wäre es sicher toll und einfacher gewesen und klar da ist auch vieles anders, aber irgendwo ist es hier dann doch nochmal eine ganz andere Nummer. Dazu kommt dass ich hier in Kampar, doch eher weiter auf dem Land bin und ich glaube genau das hat dem Kulturschock nochmal gut beigetragen.

In vielerlei Dingen, ist es hier ganz anders. Beispiel: Man sitzt in der Vorlesung, versteht irgendwas nicht und meldet sich um nachzufragen wie das genau gemeint ist oder ob ein Beispiel gegeben werden kann. Was passiert? Die Dozentin unterbricht schlagartig ihre „Rede“ mitten im Satz und fragt erstaunt nach. Damit hatte ich dann erfolgreich gelernt das hier Fragen in der Vorlesung selber eher unüblich hier.

Ein anderes Beispiel was mich sehr an mein Auslandsjahr in Peru zurück denken lässt ist folgendes: Es war noch in der ersten Woche hier und ich sollte zur Stundenplan Absprache in die Uni fahren. Ich also hingeradelt mit langer Jeans und Tshirt, den laut Dresscode darf man nun mal nicht Schulter oder zu viel Bein tragen. Vor dem Gebäude wurde ich dann von dem Guard abgefangen der meinte, mit so einer Hose kann ich nichts in Gebäude rein gehen. Denn was man hier wissen muss meine Jeans hat an zwei stellen so angedeutete Löcher wo aber Stoff drunter genäht ist weshalb ich mir sicher war dass es kein Problem sein sollte und da sie meine bequemste Jeans ist habe ich sie damals eingepackt. -War es aber nicht, also ich wieder nachhause umziehen und wieder zurück zum Termin. Wenige Tage später habe ich tatsächlich ein Mädchen gesehen das wirkliche Löcher in der Jeans hatte, und bei der war es dann aber kein Problem. Das sind dann immer die Momente wo ich mich ärger dass ich mit den 1,75 doch schon ziemlich auffalle.

Es sind viele Kleinigkeiten wie diese, oder auch wie die Kompliziertheit des Visums, mein voller Stundenplan und dann die andere Mentalität, das andere Essen, was es wirklich nicht unbedingt einfach machen. Gerade in der ersten Zeit habe ich mir häufig gedacht das ist in Deutschland aber besser. Ist es schlussendlich ja nicht. Nur man ist es einfach nicht gewöhnt nach den Regeln die hier sind zu spielen. Je länger man da ist, desto mehr passt man sich selber an, findet seine Wege, was man an Lebensmitteln kaufen sollte und was eher nicht und findet dann auch vielleicht mal ein Schlupfloch, so wie heute:

Mein Triumpf des Tages heute: Wenn man zur Uni radelt muss man immer seinen Studentenpass an der Pforte zu mindestens um den Hals hängen, damit die Guards ihn sehen können. In unregelmäßigen Abständen stehen sie dann auch am Eingang und schauen ob man ihn umhaut oder nicht. Heute hab ich meinen Pass aber vergessen, das ist mir aber erst aufgefallen als ich an der Stelle vorbeigefahren bin wo steht: „Please Show your ID“, da aber kein Guard heute da war bin ich ganz fix durch gefahren und hab mich über diesen kleinen Triumpf gefreut!

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