Taipeh

Morgens noch vor 6 Uhr in einem neuen Land zu landen hat schon gewisse Vorteile, auch wenn es sich so schrecklich früh anhört: Das Personal am Flughafen ist noch recht gut gelaunt und es ist generell eher wenig los. Genauso war es auch als in Taiwan gelandet bin. Am Flughafen selber habe ich nur schnell etwas Geld abgehoben und eine neue Simkarte besorgt. Was mich hier gewundert hat ist dass ich für 27 EUR einen Monat unbegrenztes Datenvolumen kaufen konnte! Und das verrückte: Das funktioniert wirklich überall! Selbst wenn man mit Bus und Bahn unterwegs ist funktioniert es einwandfrei, wirklich klasse. Der Flughafen selber liegt relativ weit außerhalb und ich hatte mein erstes Hostel in laufnähe vom HBF gebucht, damit wenn ich in die Stadt reinfahre der Weg nicht mehr zu weit ist. Ich hatte anfangs etwas Sorge wegen Ticket kaufen und auch wegen der Beschilderung, denn in Taiwan wird chinesisch gesprochen heißt: chinesische Schriftzeichen! Aber überall ist die Beschilderung auch nochmal in Englisch also alles kein Problem, das Personal an den Schaltern spricht meist auch Englisch also kommt man ganz gut durch.

So kaufte ich also mein erstes Ticket und fuhr damit in die Stadt Taipei rein. Aus dem Hauptbahn heraus zu finden war eher kompliziert, den da kann Google Maps nicht helfen und es gab unzählige Gänge und Winkel weshalb es wirklich schwierig war den Weg heraus zu finden, als ich dass dann aber irgendwann hatte, habe ich auch relativ schnell mein Hostel gefunden. Richtig einchecken konnte ich dort aber erst um 15 Uhr, also bin ich direkt los gestiefelt um einen guten Kaffee zu besorgen und ein Frühstück. Bei so einer Suche laufe ich eigentlich eher der Nase nach und schaue nicht nach Google Maps sondern schaue erstmal was in direkter Umgebung von meinem Hostel ist. Direkt nahe bei war das National Museum von Taiwan was alleine von außen schon eine Wahnsinns Erscheinung ist. In dem Friedenspark der sich anschließt kann man viele Menschen sehen die schon früh morgens (vergesst nicht es war irgendwo zwischen 7 und 8 Uhr morgens) Tai Chi oder andere Gymnastische Übungen machen. Direkt dort in der Nähe habe ich ein kleines Cafe gefunden wo ich dann auch mich mit Blick aufs Museum niederlassen konnte. Dort habe ich dann meinen eigentlichen Schlachtplan ausgearbeitet und erstmal ein wenig recherchiert was ich mir alles in Taipei überhaupt ansehen möchte und dann auch was davon miteinander laufmäßig verbunden werden kann so dass es sinnvoll ist.

Als erstes habe ich mir die Chiang Kai-shek Memorial Hall angesehen und ich hatte nichts vorher darüber recherchiert, also kam ich um die Ecke und wurde regelrecht davon erschlagen! Zuerst ein riesiges Eingangstor was zu einem riesigen Platz weitergeleitet hat. Auf dem Platz links das Nationale Theater und rechts die Nationale Konzerthalle und gerade aus weiter die weiße Memorial Hall. Alleine wegen des vielen Platzes wirkt es wahnsinnig eindrucksvoll. Der Platz wird auch gut genutzt von vielen jungen Leuten die dort ihre Tanz-Choreographien geübt haben, aber auch von Sportgruppen die immer um den Platz gejoggt sind. Natürlich sind auch Touristen dort gewesen vor allem da es kurze Zeit später 10 Uhr schlug und zu den vollen Stunden die Zeremonie der Wachbesetzung gemacht wird. Es erinnert irgendwie entfernt an den Wachen-Wechsel am Buckingham-Palace.

Von dort aus bin ich dann weiter zum Taipeh 101 gelaufen, was gute 4 km entfernt war. Warum ich nicht die Bahn nehme? Naja weil man so dann deutlich mehr sieht. Ich bin in einen Blumenmarkt reingeraten den ich sonst niemals gesucht hätte. Außerdem sieht man mehr von dem alltäglichem Leben, wie z.B. die Schulkinder in ihren Uniformen, oder wie die Leute vor irgendwelchen Geschäften tatsächlich Schlange stehen um etwas zu kaufen. Ich schätze es gab gute Rabatt Aktionen, aber ich kann es nicht sagen, denn die Schilder konnte ich nicht lesen. Vielleicht stehen die Leute aber auch einfach gerne an, denn ständig sieht man Schlangen vor irgendwas.

Endlich am Taipei 101 angekommen, wurde ich auch hier erschlagen von der unheimlichen Größe des Gebäudes, das immerhin noch das 10. Höchste der Welt ist. Um ehrlich zu sein habe ich mich anfangs kaum reingetraut, den der Bereich unten sah aus wie das Foyer einer Firma, wenn man aber daran vorbei läuft kommt man tatsächlich noch zu einer Mall die mit angebaut ist. Irgendwo im Internet hatte ich gelesen dass es hier auch im 34. Stock einen Starbucks geben sollte und eigentlich wollte ich dort meinen 2. Kaffee trinken und Pause machen. Das ist aber gar nicht so einfach möglich. Um dort überhaupt reinzukommen, muss man den Tag vorher eine Reservierung machen, muss mindestens eine gewisse Summe ausgeben und darf nur 1 Stunde bleiben. Das war mir dann doch um ehrlich zu sein zu viel Aufwand.

Also bin ich weiter, weiter zum Elefant Mountain der direkt in der Nähe ist, von wo man einen tollen Überblick über die Stadt hat. Was ich nicht wusste war, dass man wenn man dort hoch möchte, nicht einfach nur einen Berg hochläuft, sondern man läuft über Treppen hoch. Schon nach kürzester Zeit war ich total kaputt, aber allen um mich herum ging es nicht anders. Auch wenn es unglaublich ermüdend ist nur die steilen Stufen hoch zu laufen, hat man schon nach kürzester Zeit einen wahnsinnig guten Überblick über die Stand und je weiter man läuft, desto besser wird es. Es gibt immer wieder Aussichtsplattformen, wo dann auch alle Fotos schießen, zur höchsten laufen aber dann die wenigsten Touristen, da es so schon wirklich sehr anstrengend ist und die Aussicht von den „niedrigen“ auch schon extrem gut ist.

Extrem gut hat mir aber nicht gereicht, ich wollte wirklich bis zur höchsten Plattform, und auch wenn ich oben komplett durchgeschwitzt angekommen bin, hat es sich mehr als gelohnt den die höchste Plattform ist fast komplett leer gewesen. Dort hab ich dann meine Mittagspause verbracht und ein wenig in der Sonne gesessen, bevor ich mich wieder an den Abstieg gemacht habe, der vergleichsweise wirklich nicht dramatisch ist.

Von dort aus dann weiter bin ich zu einer alten Tabak-Fabrik, die mitten in der Stadt liegt. Diese Fabrik wurde umgebaut und wird jetzt als Austellungsfläche für aufstrebende Künstler, oder bestimmte Ausstellungen und kreative Geschäfte genutzt. Direkt anbei liegt der Eslite bookstore, ein Bücherladen, der früher 24h Stunden geöffnet hatte und der den Leuten aktiv erlaubt dort zu lesen. Man konnte also früher den ganzen Tag oder die ganze Nacht dort verbringen und einfach lesen und keiner hat einen aufgescheucht. Leider hat der Buchladen jetzt „normale“ Öffnungszeiten, aber weiterhin kann man dort solange lesen wie man möchte.

Auch für den nächsten Tag hatte ich mir ein gutes Programm überlegt. Ich wollte zuerst zu dem Longshan Tempel, einem der größten und berühmtesten Tempel in Taipei. Bevor ich aber dortankam, stolperte ich in einen Wochenmarkt rein.

Von dort dann weiter zum Tempel, wo wirklich jede Menge los war, und ich rede jetzt nicht von Touristen, sondern es waren wahnsinnig viele Einheimische dort, die mal eben ein schnelles Gebet sprachen, Räucherstäbchen anzündeten, oder ihr Glück testeten und schauten ob ihre Wünsche sich erfüllen werden. Das kann man machen in dem man ein halbrundes Holzstück in der Hand hält, was sich in 2 Teile teilen lässt. Man stellt sich das vor was man sich wünscht, lässt die Holzstücke fallen und wenn eine glatte Seite Oben liegt und eine runde Seite oben, und dies 3x hintereinander passiert, dann wird der Wunsch sich auch erfüllen; vor chinesisch Neujahr wird das häufig gemacht.

Was Taipei aber auch zu bieten hat sind gute Museen, ich war also in dem Nationalen Museum was auch direkt in Hostel Nähe war, und es war wirklich eine tolle Ausstellung, und der Eintritt dafür hat tatsächlich nur 1 EUR gekostet. In dem oben schon mal erwähnten Friedenspark, gab es auch so eine Fläche mit so aufgerichteten Steinen wo man drüber laufen konnte, da ich so Fußschmerzen hatte vom vielen laufen, bin ich da dann auch mal hin. Während ich da war, war auch eine ältere Dame da die darauf tatsächlich Tai Chi Übungen gemacht hat, während ich kaum dort stehen konnte. Ich musste mich wirklich zwingen das Stück darüber zu laufen, das Ergebnis war aber genial, die Schmerzen waren weg! Aber länger aufhalten auf dem Ding konnte ich es trotzdem nicht. Ich war auch noch in der Memorial Hall, ein anderes Museum, Problem ist allerdings, das es dort alles auf Chinesisch oder Japanisch ist.

Für den nächsten Tag hatte ich mir überlegt nach Beitou zu fahren, einem Bezirk etwas außerhalb, der vorallem bekannt ist für seine heißen Quellen. Was es dort aber auch gibt ist die erste Bibliothek in Taiwan die „grün“ ist, sie ist eine der energieeffizientesten und ökologisch wertvollsten Bibliotheken in Ost-Asien.

Direkt in der Nähe ist dann das Hot Springs Museum, was sogar kostenlos ist und was eine Idee gibt, wie die ersten Thermal-Bäder hier ausgesehen haben.

Was ich anfangs nicht auf dem Schirm hatte war das Ketagalan Culture Center, was über die vielen ehemaligen indigen Völker von Taiwan aufklärt und Lebensweise und Bekleidung beschreibt und vergleicht.

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