Schnelles Update

Die Uni hat gestartet und ich muss zugeben sie ist mehr als einnehmend. Da ich fünf Kurse belegen muss, um die notwendigen 30 ECTS Punkte zu erhalten, habe ich alleine durch Vorlesungen und Tutorien schon 36 Wochenstunden. Ja das ist viel. Warum so viele Stunden in einer Woche? Nun da ich im kurzen Semester hier bin, was nur 7 Wochen geht, werden die Vorlesungen und Tutorien in der Woche einfach doppelt gelegt, damit man keine wichtigen Inhalte verpasst. Dadurch dass auch Anwesenheitspflicht herrscht, ist man auch wirklich gezwungen überall zu erscheinen, denn hier ist es dann der Nachteil die einzige Europäerin zu sein – man fällt auf und fehlen würde direkt auffallen. Der ein oder andere Dozent nutzt das auch gerne um dann immer mal wieder Rückfragen zu stellen, wie es denn ich Deutschland ist. So schön dass auch ist, aber dadurch wird zusätzlich abverlangt dass man die ganze Zeit 100% aufmerksam ist. Wenn es nur die Vorlesungen wären, würde ich abends vielleicht noch etwas Zeit finden um hier mal was zu posten, aber in jedem Fach gibt es entweder eine Präsentation oder Debatte, eine Gruppen-Hausarbeit und in 3 von den 5 gibt es Zwischenprüfungen. Man steht also ganz schön unter Beschuss hier.

Ich müsste lügen wenn ich sagen würde dass es nicht anstrengend ist, aber das mache ich mir teilweise selber so, da ich jedes Wochenende versuche Ausflüge in andere Städte zu machen um mehr von Malaysia zu sehen und das was ich sehe gefällt mir sehr sehr gut! Das bedeutet aber auch dass ich alles in der Woche schaffen muss, was andere Studenten vielleicht noch am Wochenende erledigen können. Meine Nächte sind dadurch eher kurz, aber der Aufwand für die Ausflüge lohnt sich. Wenn wieder etwas mehr Ruhe ist werde ich von ihnen berichten! Bis dahin muss ich aber noch ein wenig weiter arbeiten.

Check-In

Direkt am Morgen wurden wir von meinem Buddy Catherine abgeholt, die uns zum Student Office brachte, wo wir direkt die Miete für die 3 Monate + die Kaution bezahlen sollten.

Die Zimmer Miete kostet ungefähr umgerechnet 100 EUR pro Monat mit zwei Monatsmieten als Kaution, was wirklich mehr als in Ordnung ist. Interessant war, dass wir direkt nachdem wir die Miete bezahlt hatten, jeder einen Bogen Papier in die Hand gedrückt bekommen hat mit dem wir unsere Zimmer und auch das Haus inspizieren sollten. Also wir sollten überprüfen ob noch der Feuerlöscher da ist, ob Nägel in die Wand gehauen wurden usw. und falls es irgendwelche Missstände gegeben hätte, wären direkt die Handwerker geschickt worden. Da zum Glück aber alles in Ordnung war, war es ein schnelles Prozedere.

Nachdem dass erledigt war, zeigte Catherine uns etwas von der umliegenden Stadt, empfahl uns einiges an Restaurants(es kommt einem so vor als gebe es nur Restaurants hier) und anschließend holten wir uns alle zusammen eine Take-away Lunch.

Auf dem Rückweg zum Haus machten wir allerdings noch Bekanntschaft mit einer Schlange die dort in der Abwasserrinne sich schlängelte. Die Tiere können auch ganz schön fix werden…

Schlange entdeckt? Sie ist links mittig in dieser Abwasserrinne

Um etwas mobiler zu sein haben wir hier Fahrräder gemietet, die dann auch uns dann auch noch vorbei gebracht wurden. Umgerechnet zahlt man dafür 10 EUR Miete pro Monat und das schöne ist, falls mal irgendwas mit dem Fahrrad ist kann man immer die Vermietung anrufen und sie kommen und reparieren einem das Rad. Die Uni selber ist nämlich direkt auf der anderen Seite des Sees, ich brauche also ungefähr 5 Minuten zur Uni, zu meiner Fakultät die etwas weiter hinten liegt brauche ich ca.10 Minuten. Der Weg dahin ist aber sehr schön weil man an einem weiteren See entlang fährt. (Fotos folgen)

Anschließend wurden wir noch von Miss Choi abgeholt, die mit uns den Check-In an der Uni machen sollte. Wir hatten ungefähr 40 Seiten Papierkram vor uns, das meiste davon betraf allerdings den Medizintest. Es wurde penibel viel gefragt, wie z.b. ob man schon an Depressionen gelitten hat und welche Krankheiten man schon im Leben hatte(es waren ungefähr 40 gelistet) und Familienmitglieder diese Krankheit haben/hatten und wenn ja welches Familienmitglied. Auch wann genau wir welche Impfen bekommen hatten war wichtig.

Heritage Hall – das erste Gebäude was man sieht wenn man auf den Campus fährt. Hier sind einige Büros zur Administration und eine große Halle, wo viele offizielle Termine stattfinden.

Während wir den Check-In bearbeiteten wurde uns auch erklärt was passiert wenn das Semester endet und man wieder zurück gehen möchte. Die Ausreise ist nämlich nicht so einfach. Zu erst muss man sein Studentenvisum kündigen, wofür man nach Ipoh (ca. 45min mit Auto entfernt) fahren muss und dann die Kündigung des Visums kann je nachdem ob das System gut funktioniert oder schlecht zwischen 2 Tagen und 2 Wochen dauern. In dieser Zeit ist man also ohne Pass. Des Weiteren ist es notwendig, nachdem man das Studentenvisum gekündigt hat das Land zu verlassen. So das ist ja logisch, ABER aufgepasst man darf nicht in ein Nachbarland einreisen, sondern muss vorweisen, dass man ein Flugticket in sein Heimatland hat. So hat es mir auf jeden Fall die Uni gesagt, verstehen tu ich dass zur Zeit noch nicht so ganz und es verhindert auch ziemlich meine Pläne nach dem Auslandssemester weiterzureisen für die 2 Monate die ich noch frei habe. Ich habe jetzt nochmal beim malaysischen Konsulat in Deutschland nachgefragt, ob das wirklich so ist, aber bisher noch keine Rückmeldung bekommen.

Aufruf: Falls jemand mehr Informationen zur Ausreise hat bitte unten in die Kommentare schreiben, ich bin für jeden Hinweis dankbar!

Nachdem der Check-In erledigt war, war ich ehrlich gesagt schon recht gefrustet das meine Pläne von der Weiterreise fürs erste durchkreuzt sind, aber abends sind wir dann noch mit frisch angekommen Austauschstudenten in einem anderem Lokal essen gegangen, wo es fast nur „westliches“ Essen gab, heißt: Schnitzel, Pommes, Nudeln, Salat. Hier kamen wir mit einigen der neuen Chinesischen Studenten ins Gespräch die uns erzählten, dass sie von Universität die Auflage habe zusätzlich zu ihren Studienleistungen pro Semester 140 km zu joggen, dies wird getrackt mithilfe einer App. Soviel sich das erstmal anhört aber wenn man das mal runterbricht auf ein Semester mit 4 Monaten muss man pro Woche 8,75 km laufen, was eigentlich ganz in Ordnung ist. So will die Uni ihre Studenten zum Sport bewegen, auch wenn die Mädels uns verraten haben, dass es auch mal Wochen gibt wo einer sich opfert sich 10 Handys in den Rucksack steckt und dann die 8,75 km mit dem Fahrrad fährt.

Ankunft in Malaysia

Jetzt sind es genau schon 10 Tage die ich in Malaysia bin und ich komme nicht hinterher meine Notizen zu der Reise abzutippen. Daher hab ich jetzt beschlossen, dass ich einen kurzen Break mache von der Reise berichte und lieber erstmal erzähle, was hier so in den letzten Tagen passiert ist, damit Ihr auch mal wirklich up to date seid.

[Keine Sorge es werden noch Posts zu der Reise nachfolgen!]

Angekommen bin ich hier am 03.10, was schon erstmal sehr seltsam war, dass ich den Tag vorher mich von meiner Reisefamilie verabschieden musste, die an dem Tag nämlich weiter nach Laos geflogen sind während ich noch eine Nacht länger in Hanoi geblieben bin. Als die anderen weg waren und mein Rucksack dann da alleine in der Ecke stand, war ich wirklich traurig.

Voll bepackt

Am 03.10 ging es früh morgens also zum Flughafen, und natürlich war ich sehr aufgeregt weshalb ich vor dem Wecker wach war und auch schon etwas früher fertig war. Ich sollte eigentlich von dem Shuttle um 6 Uhr abgeholt werden. Abfahrbereit war ich aber schon um 05:40 also bin ich schon runter zur Rezeption, wo ich den Rezeptionisten, und den Küchenjungen beide schlafenden auf den Sofas vorfand. Etwas verwirrt bin ich dann wieder nach oben und hab noch mal 15 Minuten im Zimmer gewartet bis ich nochmal einen Versuch gewagt habe nach unten zu gehen. Dieses Mal hatte ich dann Erfolg, der Küchenjunge war schon dabei mein Take-away Frühstück zu zubereiten und der Rezeptionist, hatte schon den PC hochgefahren.

Nach einer flotten Fahrt war ich dann auch schon am Flughafen und natürlich war ich vor allem darauf gespannt, was mein Rucksack wiegen würde. Ehrlich gesagt kommt er mir mittlerweile leichter vor, was nicht sein kann, aber wahrscheinlich gewöhnt man sich einfach an das Gewicht. Tatsächlich hatte der Rucksack 21 Kilo… aber der liebe Mann am Schalter hat noch nicht mals mit der Miene gezuckt und mich durchgewunken.

Im Flieger selber hatte ich ziemliches Glück denn ich hatte sogar eine ganze Reihe für mich alleine und konnte mich lang hinlegen und ein wenig schlafen. Als wir dann in den Landeanflug gingen schoss das Adrenalin natürlich hoch. Auch wenn mir meine zukünftige Uni eine Karte des Flughafens gegeben hatte, war ich trotzdem nicht so sicher, ob ich dass auch so finden würde wie es beschrieben war. Und vor allem hatte ich Sorge wie ich Mr. Siva finden sollte. Mr. Siva ist der Herr der mich abholen sollte vom Flughafen, und interessanterweise ist es hier möglich, bei Beginn eines Auslandssemester, dass Mr. Siva einen sogar noch vor der Immigration abholt und den Immigration-Prozess in einer gesonderten Linie mit einem zusammen macht. Tatsächlich hatte ich schneller Mr. Siva gefunden als ich mich ins WiFi des Flughafens einwählen konnte. Die Immigration war dadurch innerhalb von 2 Minuten erledigt und schon wartet wir am Gepäckschalter auf meinen Rucksack. Als der Rucksack dann endlich doch mal kam, wollte Mr. Siva(ein großer sehr schlaksiger Mann) meinen Rucksack für mich vom Band nehmen, schaffte es aber dann doch nicht durch das schwere Gewicht wo drüber er nachher auch sehr lachte, als ich den Rucksack dann hochhievte. Bevor man den Flughafen aber verlassen kann, muss man allerdings noch durch einen Bereich hindurch wo das Gepäck zusätzlich durchleuchtet wird. Auch hier konnten wir durch einen schnelleren Weg gehen und wurden dann kurz von einem Security Mann gefragt, ob ich Studentin sei, was Siva bejahte und dadurch konnten wir sogar noch einen kürzeren Weg wählen und uns den Scan sparen. Mr. Siva meinte in den 5 Jahren in den er jährlich ca. 100 Studenten abholt, wäre ihm das noch nie passiert. Ich scheine sehr vertrauenswürdig auszusehen.

Dann traf ich auf 2 andere Studenten die ebenfalls genau an diesem Tag abgeholt wurden. Einmal traf ich auf Alexander, tatsächlich ein 2. Deutscher, der aber in Regensburg studiert und auf Yi Tsen, die aus Taiwan kommt und sich direkt als Susan vorstellte, um es uns einfacher zu machen.

Auf der Fahrt von dem Flughafen nach Kampar (der Stadt wo ich nun studiere), ist nicht viel passiert aber ich war trotzdem zu aufgeregt um zu schlafen. Nach 2,5 Stunden kamen wir dann an unserem Haus direkt gegenüber des West-Lake an. Vor unserem Haus standen schon unsere Buddies, die uns begrüßten und sich vorstellten. Dann wurden uns unsere Zimmer gezeigt. Mein Zimmer recht groß, ich hab ein eigenes Bad und einen Balkon mit Blick auf den West-Lake und den Park davor, also wunderschöne Aussicht! Das wichtigste von allem: eine funktionierende Klimaanlage, die braucht man aber auch bei diesem Klima.

Nachdem wir etwas Zeit hatten alles zum einsortieren, sind wir mit unseren Buddies direkt erstmal zum nächsten Supermarkt und konnten Lebensmittel einkaufen, was natürlich irgendwie in der Eile dann doch sehr kompliziert ist vor allem wenn man auf die schnelle wie immer nichts findet. Aber es gab frisches Obst in Hülle und Fülle und Haferflocken hab ich auch gefunden.

Anschließend sind wir, die Buddies und anderen Austauschstudenten, die schon vor uns angekommen sind, zusammen essen gegangen. Wir haben typisch malaysisch Nasi Lemag probiert und es war unglaublich scharf, aber sehr lecker auch.

Unter dem Ei versteckt sich noch Reis und Hühnchen

Abschließend sind wir alle zusammen zu einem Lichterpark hier gefahren, der mit ein paar Werfbuden undeinem Geisterhaus auch irgendwie etwas von einer kleinen Kirmes hatte.

Ho Chi Minh City / Saigon

Der Weg zum Grenzübergang stellte sich als sehr langwiedrig heraus, da es 2 Unfälle gab, viel zu viel Verkehr herrschte und die Straßen auch nicht so gut sind. Irgendwann spät waren wir dann doch aber da. Der Grenzübergang von Kambodscha nach Vietnam war nun der 2. Auf dieser Reise und doch etwas anders als der von Thailand nach Kambodscha. Warum er anders war? Nun um nicht 10 Stunden auf die Bearbeitung unserer Pässe zu warten bat uns Minh (unser Guide, der die ganze Zeit mit uns reiste) bei dem Ausreisen, 1$ in den Pass zu legen und beim Einreisen in Vietnam 2$ in den Pass zu legen. Tatsächlich waren wir nach ungefähr 1 Stunde dann über der Grenze, obwohl es sich doch etwas schräg anfühlt tatsächlich Bestechung zu begehen. Wenn man sich aber umgeschaut hat, hat jeder den ich gesehen habe dasselbe gemacht.

Kaum in Vietnam angekommen merkten wir direkt, dass hier die Straßen um einiges besser waren. Dafür aber der Verkehr genauso übel wie vorher auch schon. Um 18 Uhr waren wir dann endlich in unserem Hostel mitten in Ho Chi Minh angekommen. Hier haben dann nochmal schnell alle geduscht (von uns 18 Leuten, hatte sich 1 getraut in Chambok mit der Schöpfkelle zu duschen) und dann ging es auch schon hinaus ins Nachtleben der Stadt, wo auch mächtig was los war. Es musste schließlich der letzte Abend gefeiert werden, da am darauffolgenden Tag die ersten von der Gruppe sich verabschiedeten während neue dafür dazustoßen würden.

Am nächsten Tag machten wir eine Cycling-Tour. Wer hier jetzt denkt man würde selber Rad fahren, der liegt falsch. Man sitzt quasi vor dem eigentlichen Fahrer, das kann man sich so ungefähr vorstellen wie eine Art Kindersitz (siehe Bild unten). Mein Fahrer war übrigens ein alter dürrer Mann, der wenn ich es richtig gesehen habe keine Zähne mehr hatte.

Unsere erste Station war das War Remnants Museum, das über den Vietnam-Krieg, oder wie er dort genannt, Amerika-Krieg ging. Unserer Gruppenführer des Tages war ein sehr emsiger kleiner Mann, er brachte uns direkt in das Museum hinein zeigte uns Raum eins und sagte: „Das hier ist der erste Raum. Ihr fangt hier auf der linken Seite an und endet dort auf der Rechten. Danach geht ihr in Raum 2 der ist dort drüben danach in Raum 3 alles gleiches Prinzip. Links anfangen. Ich erwarte euch in einer Stunde unten.“ Natürlich fingen wir also auf der linken Seite an. In dem Museum stand nicht nur etwas zur Kriegsgeschichte sondern es gab viele Fotografien die während des Krieges entstanden sind. Ebenfalls gab es viele Bilder die dokumentierten was der „Agent Orange“ angerichtet hatte, wo man die Fehlstellungen und Fehlentwicklungen sehen konnte. Auch wenn der Krieg jetzt lange vorbei ist, die wahrscheinlichkeit das hier Kinder mit den Mutationen oder Fehlstellungen geboren werden ist deutlich höher. Es gab ebenfalls einen Raum wo die Kinder die eben die Mutationen oder Fehlstellungen hatten, Bilder zu ihrer Situation gemalt hatten. Das war mit Abstand das schlimmste, eben obwohl die Bilder so positiv waren ist einem das einfach nah gegangen. Es gab z.b. Bilder wo die Kinder sich selbst gemalt hatten wie sie mit ihren Füßen das Bild malen, da sie keine Arme haben. Oder es gab Bilder mit Gedankenblasen und in dem einem war ein Fußball und ein Tor und in der anderen Blase war eine Bombe die mit einem großen X durchgestrichen war. Was etwas schräg an dem Museum ist, obwohl es in Vietnam steht und obwohl der Norden gewonnen hat, wirkt es so als ob hier die Amerikaner das Museum gebaut hätten. Den alle Beschreibungen und die vielen Fotografien sind aus amerikanischer Sichtweise.

Nach dem Museum brachten unserer Fahrer uns zum Palast der Stadt und dort wurden uns die Architektur erklärt den in der Fassade verstecken sich mehrere Chinesische Symbole die z.b. Reichtum, Führer oder Chef zeigen. Hier erzählte uns, der Gruppenführer auch von seiner eigenen Geschichte während des Krieges. Er war damals noch ein Kind und gerade am Ende des Krieges als die viele Bomben fielen, waren er und sein Bruder bei ihrem Vater(Arzt) im Krankenhaus und hielten sich dort versteckt. Da die Räume sehr stickig waren, und die Fenster fest verschlossen bleiben mussten pressten die beiden sich möglichst nah an die Tür wo ab und zu noch ein Hauch Luft reinkam. Und genau dieses rettete ihnen tatsächlich das Leben, denn es wurde auch eine Bombe auf das Krankenhaus abgeworfen und traf genau den Raum in dem die Jungen waren und nur weil sie an die Tür gepresst waren, überlebten sie mit ein paar Macken und Kratzern.

2. Station der Tour war die Statue von Thích Quáng Dúc der „Brennende Buddhist“. Im Jahr 1963 zündete er sich selbst an, um so gegen die Unterdrückung der Buddhisten von den Katholiken aufmerksam zu machen.

Weiter ging es dann zu einer kleineren Version des Notre Dame, der nur aus original Teilen aus Frankreich erbaut wurde (Vietnam, war lange Zeit eine Kolonie von Frankreich). Direkt daneben befand sich die Grand Post Station, die irgendwie entfernt and die Grand-Central-Station erinnert. Selbst heute kann man von dort aus noch Post verschicken, auch wenn es eigentlich mehr zu einer Touristen Attraktion geworden ist. Schön war es das es im hinterem Bereich die Möglichkeit gab, auch tatsächlich noch Briefe zu verschicken. Dort saßen auch einige Leute und schrieben eifrig auf ihre Karten (und nein es waren nicht nur Touristen!).

Nach der schönen Tour gingen wir ins Pho 2000 wo auch mal Bill Clinton Gast gewesen ist. Das war aber nicht unbedingt der Grund warum wir dort hin wollten, sondern eher weil es dort das beste Pho Bo der Stadt geben sollte. Es ist kein Lokal wie man es sich vorstellt wenn man hört Bill Clinton war zu Gast, sondern es ist eher wie eine Kantine, wo alle ihre Mittagspause verbringen und sich hin und wieder auch ein Tourist hin verirrt. Pho Bo ist eine Rindfleisch-Nudel-Suppe und sie schmeckt fantastisch!

Abschließend haben wir uns auf die Suche nach dem Ei-Kaffee gehört, der eine Spezialität Vietnams sein soll. Wir wurden auch fündig im „The Melbourne Cafe Saigon“, und hier ist er auch wirklich zu empfehlen, den er wird hier etwas weniger süß gemacht als in anderen Lokalen und auch mit etwas mehr Kaffee aufbereitet als sonst. Dadurch schmeckt das ganze wie Tiramisu! Also wirklich lecker!

Leider mussten wir uns dann von den ersten Leuten verabschieden, den wir fuhren an dem Abend noch mit dem Nachtzug weiter nach Nha Trang, während die anderen dann leider schon heimfuhren. Der Abschluss der ersten Etappe.

Chambok

Chambok liegt in einer etwas ländlicheren Gegend und war unser Home-Stay in einem einfachen Dorf. Um überhaupt in das Dorf zu kommen wo wir hinwollten, mussten wir schlussendlich mit unserem Bus die letzten 10 km über eine unbefestigte Straße fahren die mehr als holprig war. Reichlich durchgeschüttelt sind wir dann an unserem Ziel angekommen. Die meisten Häuser waren auf hohen Stelzen angelegt und hatten vielleicht eine Größe von 50-60 qm. Bevor wir aber unsere Zimmer begutachten konnten, haben wir erstmal einen Ausflug gemacht und zwar auf einem Trecker.

Die Landschaft um uns herum war wirklich mehr als schön! Überall kleine Seen und ganz viel Grün und hier und da auch mal eine Kuh die durchs Grüne schaut. Wir waren noch nicht lange unterwegs da hielt neben uns ein großer Pick up und ein kleiner Mann stieg aus und redete wild auf unsere Guide ein. Wie sie uns dann mitteilte, war dieser Mann Polizist (also der Dorfscheriff) und er wollte gerne ein Foto mit uns machen. Wir also alle Brav von dem Anhänger runtergeklettert und auf ins Grüne. Bevor wir allerdings das Foto machen konnten, zog er sich mal eben sein offizielles Hemd über und wechselte von FlipFlops in Anzugschuhe.

Nachdem das abgeschlossen war, durften wir weiterfahren, leider blieb uns hierbei das Wetter nicht gnädig und kurze Zeit später fing es ziemlich stark an zu regnen. Das ist dann leider unpraktisch ohne Dach und ohne irgendwelche Gebäude in der Nähe. Als wir dann an unserem eigentlichem Ziel angekommen waren (Der Mini-Grand-Canyon) waren wir also alle schon vollkommen durchnässt. Nur die die wirklich mit stabilen Schuhwerk gekommen sind, sind dann hinunter in den Mini-Grand-Canyon gestiegen, während der Rest von uns sich unter einen Ziegenstall gerettet hat. Da ich blöderweise mit FlipFlops unterwegs war, bin ich auch oben geblieben.

Nach einer Weile machten wir uns auf dann zum Gemeindezentrum wo wir heute Abend essen sollten und setzen uns auf den nassen Wagen und versuchten im Fahrtwind zu trocknen. Angekommen beim Gemeindezentrum wurde es schon dunkel, als uns die Frauen des Dorfes zeigten, wie man Armbänder aus Schilf flechtet.

Bei der Auswahl des Musters für unser eigenes Armband.

Unser Guide für Chambok erklärte uns, dass das Dorf seit 10 Jahren nun Touristen empfängt und das am Anfang die Leute sehr kritisch dem gegenübergestanden hätten, mittlerweile aber alle beim Tourismus mitmachen würden um so ihr Geld zu verdienen. Dieses Geld hat regelrecht zu eine Art Wohlstand geführt, denn die meisten Häuser verfügen mittlerweile über Toiletten, so wie wir sie kennen. Fließend Wasser gibt es aber noch nicht, das heißt wenn man duschen möchte ist direkt in dem Toilettenhäuschen ein riesiges Becken mit Wasser aus dem man mit einer Kelle schöpft und über sich gießt.

Wir hatten ein großes Zimmer zu 6, wo 3 Matratzen auf dem Boden lagen und darüber Moskitonetze gespannt waren. Trotz der Hitze, die herrscht auch nachts, haben wir soweit recht gut geschlafen. Morgens wurden wir von den Mönchsgesängen um 4:00 Uhr geweckt, denn es sollte heute über die Grenze nach Vietnam gehen.

Koh Rong

Passend nach diesem dunklen Tag in Phnom Penh ging es um 7 Uhr früh los nach Koh Rong. Eine Insel die im Süden des Landes liegt. Allerdings zeigte uns das Wetter auch hier das Regenzeit ist, und wir hatten heftige Regenfälle die teilweise den Verkehr lahmlegten. Eigentlich sollten wir um 2 Uhr das Schiff zur Insel nehmen, aber durch den schlimmen Regen dem vielen Verkehr und darauf folgend auch Unfällen waren wir gegen 4 Uhr da. Wir schleppten also unser Gepäck im stürmenden Regen über die Stege zu unserem Schiff das tatsächlich trotz Passagiere an Board auf uns gewartet hatte. Was gibt es ebenfalls häufig bei starken Regen? Richtig: Wind. Die Wellen waren dadurch stärker und natürlich das Geschaukel umso doller dadurch. Einigen ist schlecht geworden, mir zum Glück nicht, was aber auch viel daran lag dass ich mich die ganze Zeit mit einer Mexikanerin aus unserer Truppe unterhalten habe, während alle anderen eher am vor sich hin leiden waren oder versuchten durch Schlaf dem ganzen zu entkommen.

Glücklicherweise hatte ich mir vorher die Zeit noch genommen und über meinen Rucksack das Regencape gespannt, denn auf dem Boot waren doch einige Taschen nass geworden. Viel schlimmer noch von einer Mitreisenden ist die Tasche sogar kurz ins Wasser gefallen.

Nach etwas mehr als 2 Stunden kamen wir endlich an in Koh Rong und legten direkt bei unserem Hotel an. Trotz Regen und Dämmerung war Koh Rong von Anfang an verzaubernd. Wir haben in einem gemütlichen Hostel übernachtet mit einzelnen Bungalows. Direkt gegenüber von uns war eine kleine Privat Insel die auch ganz toll aussah, als wir spaßeshalber mal die Preise geprüft haben sind wir beinah hinten rüber gefallen da dort eine Nacht 950 EUR kostet während eine Nacht bei unserem Hostel 19 EUR kostet… verrückte Welt.

Auf der Insel wurden wir direkt von den Besitzern des „Resorts“ begrüßt (einem holländischem Ehepaar) die uns willkommen hießen mit einem selbst gemachten Drink, der starke Ähnlichkeit mit Baileys hatte. Auf dem Weg zu unseren gemütlichen Bungalows hatte ich tatsächlich das Glück meinen FlipFlop im Sand zu verlieren als ich kurzzeitig bis zur Wade mit einem Fuß eingesunken bin. Nach etwas suchen hatte ich ihn aber zum Glück wieder. Spätestens danach war ich vollständig durchnässt.

Der nächste morgen startete zwar mit Niesel-Regen aber im Laufe des Tages kam endlich die Sonne mal durch und wir konnten im schönen Ozean schwimmen gehen und etwas in der Sonne faullenzen, denn hier hatten wir kein Programm was auch einfach schön war, denn so schön diese Reise auch ist, sie ist schon auch sehr anstrengend.

Phnom Penh

Nach einer langen Party Nacht war es für viele tatsächlich am nächsten Tag auf der 7 stündigen Fahrt nicht unbedingt einfach. Tatsächlich habe ich in dieser Fahrt mein drittes Buch auf dieser Reise geschafft. Zurzeit lese ich sehr viel Agatha Christie und am liebsten die Detektiv Geschichten von Hercule Poirot . Auf den langen Fahrten machen wir natürlich auch immer mal wieder Pausen. Dieses mal auf einem unauffälligen Rasthof. Von außen sah es auf den ersten Blick nach nichts Besonderem aus, dann sind wir aber durch den Laden in das Restaurant auf die Rückseite gegangen. Das Restaurant ist auf einem größeren See angelegt und als man aus dem Laden herauskam, wurde man von der Schönheit der Natur erschlagen.

Der nächste Stopp wurde in „Spider-Town“ gemacht. Der Ort wird so genannt, weil er dafür bekannt ist, dass man dort gebratene Insekten kaufen kann. Sobald man aussteigt, kommen die Leute auf einen zu und wollen einem Vogelspinnen auf Arme, Schulter oder Kopf setzen. Das wollte natürlich keiner aus unserer Gruppe machen. Man könnte fast schon sagen, dass die Einheimischen uns mit den Vogelspinnen gejagt haben. Obwohl man weiß, dass die Giftzähne den Spinnen schon gezogen wurden (wenn die Zähne gezogen sind, sterben sie innerhalb des nächsten Tages, damit sie später verzehrt werden können, macht man sie „müde“, dadurch verlieren sie das Rest-Gift was sie noch im Körper tragen), will man nicht unbedingt eine Vogelspinne über sich krabbeln haben. Bei den gebratenen Insekten selber, war auch keiner mutig. Ich glaube, wenn einer den Schritt gemacht hätte, hätten andere vielleicht nachgezogen, aber irgendwie wollte keiner starten. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich zwar schon Heuschrecke probieren möchte (vermutlich das einfachste zum Einsteigen), es mir aber vom Magen im dem Moment nicht so gut ging so dass Minh (unser Travel-Guide) mir abgeraten hat. Sobald ich sie probiert habe, werde ich es euch wissen lassen!

Irgendwann endlich haben wir es in die Hauptstadt geschafft und haben dort direkt einen Spaziergang gemacht um die Stadt zu erkunden. Was uns hier direkt ins Auge gefallen ist, ist dass es viele eher zwielichtige Bars gab und viele sehr ungleiche Paare davor saßen. So etwas haben wir in den vorherigen Städten gar nicht bemerkt, während es hier wirklich ins Auge fiel.

Warum man Phnom Penh trotzdem besichtigen sollte? Nun man kann sich dort den Palast ansehen in dem der König wohnt. Aber man kann dort gut Touren starten um, die traurige Geschichte von Kambodscha kennenzulernen. Was mir vorher nicht bewusst gewesen ist, Kambodscha hatte in den Jahren 1975-1979 eine Diktatur, die das Volk sehr stark unterdrückt hat. Dieses ganze Drama ist gerade 40 Jahre erst her. Ziel der Diktatur war es ehemalige Land-Flächen zurück zu gewinnen und einen kommunistischen Staat zu erschaffen, der möglichst autark leben kann. Um das zu erreichen, griffen sie zu drastischen Mitteln, wie z.b. Zerstörung aller Kommunikationsmittel und ähnlichem. Desweiteren wurden Gefängnisse eingerichtet, in denen die Menschen systematisch nach Informationen gefoltert wurden.  

Zur Warnung vorab, das kommende ist nichts fürs seichte Gemüt, für wen das nichts ist, bitte den kommenden Absatz überspringen.

Zuerst besichtigten wir ein so genanntes Killing Field. So werden die Felder genannt wo die Gefangenen hingebracht wurden, nachdem sie alles (und noch mehr) gestanden hatten um sie dort zu töten. Im Grunde ist es ein verwunschenes Feld, das relativ wild bewuchert ist mit einzelnen Vertiefungen. Die Vertiefungen sind die unterschiedlichen Massengräber. Hier gab es natürlich -Unterteilungen, es gab welche für Männer, Frauen und Kinder und es wurde auch ein weiteres gefunden in dem alle Personen ohne Schädel waren. In dem größten Grab waren etwas über 400 Opfer gefunden worden. Die Felder sind gar nicht weit weg von Dörfern, damit aber nicht bekannt wurde was dort gemacht wurde, wurde immer laut, eine bestimmte Melodie gespielt um die Schreie zu übertönen. Das an sich selber zu hören ist schon nicht ohne. Was ich aber viel extremer dort fand, war, dass man die einzelnen Kleidungsstücke im Schlamm gesehen hat und unser Guide machte uns auch immer wieder auf das ein oder andere Knochenstück aufmerksam das da einfach in der Erde war über die man drüber spaziert ist. Er hat uns auch erzählt, dass fast wöchentlich noch neue Knochen entdeckt werden, sie aber nicht weiter nach den Knochen suchen, da sie ja doch nicht zu geordnet werden können. Man läuft also über die Knochen der Opfer. Bevor die Opfer aber in die Killing Fields kamen, waren sie in Gefängnissen. Eins davon haben wir besucht. Dieses befand sich mitten in der Hauptstadt und war früher mal eine Schule und wurde umfunktioniert. Viele Schulen wurden damals zu Gefängnissen umgebaut, aber was ich viel erschreckender finde ist, dass viele davon wieder in Schulen umgewandelt wurden! Zurück zur eigentlichen Geschichte: Je nach Stellung des Gefangenen war auch die Haft. Offiziere oder auch Politiker waren in Gebäude A und kamen in Einzelhaft, damit sie andere Häftlinge nicht zum Aufstand mobilisieren können. Diese Zellen waren vergleichsweise recht groß ca. 13 qm und es stand ein Metallbett im Raum und auf dem Fliesenboden waren tatsächlich noch Blut-Rückstände, die eingetrocknet sind (diese sehen dann eher bräunlich aus). Als das Gefängnis gestürmt wurde, befanden sich zurückgelassene Leichen in den einzelnen Betten. Diese wurden fotografiert und die Bilder hängen dann in der jeweiligen Zelle. In Gebäude B waren Bilder von den Soldaten und auch von Opfern, denn es musste damals immer Bericht erstattet werden was passiert. Einige Negative dieser Bilder sind damals tatsächlich im Gebäude vergessen worden, weshalb man sie nachentwickeln konnte. Was verrückt war, gerade bei den Soldaten, war dass sie vielleicht so 15-17 Jahre jung waren. Viele von den Soldaten von damals leben also heute noch sind in den 50er und untergetaucht. Die Opfer waren vom Alter dagegen gemischt. Am schlimmsten war, dass es auch viele Bilder von den Häftlingen gab, die durch ihre Folterungen gestorben sind. Gebäude Komplex C war auch nicht besser. Dieser ist in seinem vorherigen Zustand gelassen worden heißt: hier ist Stacheldraht nicht abgemacht worden, der angebracht wurde damit die Gefangen sich nicht aus dem dritten Stock stürzen konnten. Außerdem sind hier die kleineren Gefängniszellen noch erhalten. Für die Männer waren Zellen aus Backsteinen in den Klassenzimmern gebaut, so dass ein Raum der vorher vielleicht 25 qm hatte in ca 10 Zellen geteilt war. Viel schlimmer fand ich es jedoch noch eine Etage weiter hoch zu gehen. Dort hatte man dann nur noch dunkles Holz verwendet für die Zellen und in demselben Raum waren knapp doppelt so viele Zellen auf kleinerem Raum gebaut. Dies waren die Zellen für die Frauen. Um überhaupt in den Gang dort reinzukommen musste man durch eine Zelle gehen. Das ist das erste Mal, dass ich je in meinem Leben mich klaustrophobisch gefühlt habe, mir ist schwindelig geworden und ich habe mich regelrecht erdrückt gefühlt von der Enge. Man hat nahezu das Elend spüren können, weshalb ich es glaube nicht mal eine Minute dort ausgehalten habe und danach runter geflüchtet bin. In dem Moment als das Gefängnis damals gestürmt wurde, gab es noch 7 Gefangene die am Leben waren, wovon heute noch 2 am Leben sind. Zu einem davon sind wir dann hin und er erzählte uns etwas über diese Etappe seines Lebens, was unser Guide uns übersetzte. Der alte Herr (mittlerweile 82) verkauft dort sein Buch. Die Einnahmen von diesem Buch gehen an Spenden-Organisationen.

Vielleicht eben wegen dieser Grausigen Geschichte, war der anschließende Abend auch recht ruhig. Ich habe hierzu wenig Bilder gemacht, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dass ist auch nicht wirklich etwas womit ich mich wohl fühle wenn ich es fotografiere. Die paar Bilder die ich habe hab ich hochgeladen damit ihr einen Eindruck davon bekommen könnt.

Siem Reap – Teil 2

Siem Reap ist vor allem durch eine der berühmtesten Tempelanlagen bekannt: Angkor Wat. Natürlich startete unsere Tour um 04:30 morgens damit wir es direkt im besten Licht erleben. Leider ist es dann doch erst 04:50 geworden, weil wir versucht haben einen unserer Tour zu wecken der aber unbeirrbar weitergeschlafen hat.

Zuerst muss die Karte gekauft werden, und dafür ist es tatsächlich notwendig ein Foto machen zu lassen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass dieses Foto um 5 Uhr morgens nicht besonders schön wird.

Als wir endlich angekommen sind, fing es gerade an zu dämmern. Um zu Angkor Wat zu kommen muss man erstmal über eine längere Brücke gehen. Von der Uferseite wo man startet ist allerdings direkt schon der Blick auf die Türme frei und es war wunderschön im Licht der Dämmerung.

Um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen sind wir dann schnell über die Brücke und durch das erste Tor. Von außen erinnert es entfernt an eine Art Festung da es komplett ummauert ist. Sobald man durch eins der Tore tritt hat man ewig weite Grünflächen. Wir bahnten unseren Weg also durchs Grüne um endlich das berühmte Hauptgebäude von nahem zu sehen, hinter dem langsam aber sicher die Sonne aufging. Es war ein wunderschöner Anblick!

Trotz der frühen Stunde war da schon einiges los, aber was man wissen muss die meisten Touristen fahren nachdem sie den Sonnenaufgang gesehen haben nochmal in ihr Hotel zurück und Frühstücken dort in Ruhe. Das ist allerdings totaler Quatsch denn vor Ort kann man auch frühstücken. Das haben wir dann auch gemacht.

Hier als kleiner Tipp am Rande falls ihr auch mal da sein solltet, die Hitze ist hier sehr schwer und die Feuchtigkeit kann einen umwerfen, deswegen nehmt euch Dextro mit um morgens vor dem Frühstück nicht umzukippen.

Nach dem Frühstück haben wir dann gestartet mit der richtigen Tour. Der Gebäude Komplex wurde innerhalb von 37 Jahren errichtet und war erst hinduistisch geprägt, später buddhistisch und anschließend wurde es zum Niemandsland.

Angkor Wat ist vielleicht der berühmteste von denen, die wir gesehen haben aber es gibt noch 2 andere die wir auch mit besichtigt haben.

Ta Prohm

Hat tatsächlich auch Berühmtheit erlangt und zwar durch den Film „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie. Ich muss zugeben ich habe den Film nie gesehen, wenn diese Reise vorbei ist werde ich ihn mir auf jeden Fall ansehen. Alleine schon wegen der Kulisse. Was mich beeindruckt hat, ist wie der Dschungel den Tempel wieder zurück gewonnen hat. Quer über das Gemäuer wachsen Bäume, und es macht einen sehr verwunschenen Eindruck.

Angkor Thom

Von dieser Tempelanlage hatte ich vorher noch nie im Leben was gehört, aber sie hat mir am besten gefallen! Das besondere hier ist, dass in den einzelnen Türmen lächelnde Gesichter drin sind. Jeder Turm hat 4 Gesichter in die einzelnen Himmelsrichtungen gerichtet.  

Dieser Tempel war im Vergleich mit den anderen eher weniger besucht und ich glaube, wenn man hier morgens den Sonnenaufgang sehen würde, wäre es so gut wie leer und man hätte den Tempel für sich.

Nach den ganzen Besichtigungen hatten wir eine kleine Pause und konnten später dann erleben, dass September noch Monsun Zeit ist für Kambodscha. Es hat wirklich geschüttet wie aus Eimern, aber so schnell wie es kam so schnell war es auch wieder vorbei.

Siem Reap ist ebenfalls bekannt für sein reges Nachtleben. Unser Restaurant wo wir am Abend waren, war tatsächlich auch eine Karaoke Bar und nachdem am Anfang natürlich keiner wollte, wollten nach ein paar Bier doch alle singen. Später ging es noch weiter durch die Clubs der Stadt. Man hat aber auch schräge Leute gesehen. Asiatinnen, die aussehen wie 12 und wild am mittanzen sind und etwas korpulentere Inder die sich immer in unseren Tanzkreis drängten.

Minh unser Guide hatte uns vorher eingeschärft, dass wenn wir nach Hause wollen, sollen wir bitte die Adresse von unserem Hotel uns zu mindestens abfotografieren, um das den TukTuk Fahrern zu zeigen. Natürlich hatten wir nicht daran gedacht, wussten aber glücklicherweise wie unser Hotel hieß. Damit ging die Suche nach dem geeigneten Taxi Fahrer los was wirklich eher schwierig war, weil einen sofort alle umringen und sich anbieten man aber nicht so weiß wem man trauen kann. Nachdem wir willkürlich 2 abgewiesen haben, haben wir uns für den 3 der sich traute uns anzusprechen dann gefragt, ob er das Hotel kennt und wir hatten Glück er konnte uns schnell und sicher heim bringen.

Siem Reap – Teil 1

Von Bangkok nach Siem Reap sind es knapp 7 Stunden Fahrt. Es ist aber nicht nur die Fahrt alleine die man vor sich hat sondern man hat auch noch die Grenzüberschreitung in Aranyaprathet, was als eines der chaotischsten Grenzübergängen gilt. Es war aber schlussendlich eigentlich absolut in Ordnung da wir ca. um 11 da waren und das ist bevor der „Hauptverkehr“ dort los geht. Generell gibt es nichts spannedes über den Grenzübergang zu erzählen er war eher unspektakulär. Man reist aus Thailand aus bekommt einen Stempel und reist in Kambodscha ein und bekommt einen Stempel. Nahe der Grenze sind wir dann auch Mittag essen gefahren und anschließend nach weiterer Fahrt sind wir endlich in Siem Reap angekommen. Hier waren wir im Apsara Dream Hotel und hatten 2er Zimmer, die zufällig zugeteilt wurden. Ich habe ein Zimmer zusammen mit Moire, einer Holländerin.

Da wir uns für die Quad-Tour angemeldet hatten, hatten wir eine knappe halbe Stunde um uns umzuziehen und wurden dann von TukTuks (eine Art Motorrad-Taxi) abgeholt und rüber gefahren zu den Hallen.

Interessanterweise haben wir alle Plastiktüten um die Füße gebunden bekommen was wir alle anfangs nicht verstanden haben. Nur bei einer haben Sie das nicht gemacht weil sie meinten sie bräuchte das nicht. Im Nachhinein hätte auch sie es gebraucht, das war wirklich mehr als unlogisch.

Wir hatten Glück und haben Tüten bekommen.

Anschließend haben wir eine kurze Einführung bekommen wie man Quad fährt und dann ging es auch schon los. Warum auch immer hab ich das erste Quad bekommen und bin direkt in dem ersten tiefen Matsch stecken geblieben. Dazu muss man wissen September gilt noch als Monsun Monat also gibt es zwischendurch immer mal wieder Schauer. Es hatte auch heute vorher geregnet und daher war die Bahn teilweise sehr matschig. Es mussten gleich 2 von unseren Guides auf der Tour mich rausschieben weil Vollgas geben nicht reichte. Ebenso ein kurzes Stück später wäre ich beinah im Wasser gelandet, weil ich in dem Matsch wirklich weggerutscht bin. Nach diesen Hindernissen fing aber eine echt coole Fahrt an und unsere Füße speziell waren nachher voll mit Matsch, dafür waren also die Tüten gewesen..

Als wir die Quad-Halle erreicht haben war es schon wieder dunkel und wir wurden zurück gebracht zu unserem Hotel. Dort trafen wir auf unsere Gruppe und sind zusammen essen gegangen.

Siem Reap hat aber auch ein reges Nachtleben zu bieten, wir haben noch einen kurzen Abstecher gemacht in die Bar-Strasse und uns die Nachtmärkte angesehen, die im Grunde wie eine Art Basar sind für alle möglichen Souvenirs die man sich vorstellen kann. Hier sind wir in etwas sehr interessantes reingeraten. Wir waren bis in die hintereste Ecke eines Nachtmarktes durch gekommen, wo wir laute westliche Musik hören konnten. Dort war ein Bereich aufgebaut, wo ganz viele rote Massage-Sessel in einer Reihe standen und dazu auch die entsprechenden Arbeiterinnen, was an sich hier kein seltener Anblick ist, aber dahinter war eine große einfache Bühne mit viel Lametta. Wo eine Dame im langen Abendkleid stand und die Lippen bewegte so als würde sie das Lied selber singen. Als wir uns das einen Moment angesehen haben und das Lied vorbei war, kam tatsächlich eine neue Sängerin um die Ecke und danach noch eine und danach noch eine. Wir und die Arbeiterinnen waren die einzigen Zuschauer und trotzdem haben die alles gegeben und je nach Lied sogar wild getanzt! Das irgendwas an den Damen komisch ist, ist uns erst aufgefallen als sie nachher eine Art „Kampf“ hatten und sich die Haare runtergezogen haben, die Perücken waren. Wir waren also in einer Drag-Show gelandet ohne es auch zu wissen und wir waren auch noch die einzigen Zuschauer!

Nachdem wir uns das angesehen hatten sind wir dann aber schnell heim, denn am nächsten Tag war die Abfahrt für 4:30 angesetzt (!) um den Sonnenaufgang bei dem berühmten Monument Angkor Wat zu sehen.

Bangkok

Angekommen um 9:08 in Bangkok. Richtig viel habe ich nicht im Flieger geschlafen muss ich zugeben ich glaube dass es eher an der Nervosität lag als an den Turbulenzen. Der Flughafen in Bangkok erscheint erstmal riesig groß, aber dadurch dass die Schilder glücklicherweise nicht nur auf Thai sondern auch auf Englisch sind findet man auch den Weg zur Immigration. Was dann aber verwirrend ist, dass es 2 unterschiedliche gibt nach Ländergruppen aufgeteilt wie mir nachher auffiel. Ich war erst in der richtigen sah dann aber ein europäisch aussehendes Pärchen wieder rauskommen und in Richtung des anderen gehen. Tja wie sich herausstellte macht es nicht immer Sinn anderen Leuten hinterher zu laufen, also musste ich wieder zurück. Der Immigration Prozess selber war innerhalb von 5 Minuten durch und dann machte ich mich auf die Suche nach meinem Gepäck, ich weiß nicht wie alle andere Leute es aus meinem Flieger hinbekommen haben, aber als ich dort ankam, war ich mit die letzte und mein Rucksack war einer der wenigen Gepäckstücke die noch im Kreis fuhren. Vermutlich hab ich einfach irgendeine Abkürzung verpasst. Als ich meinen Koffer gesehen habe, fiel die erste Anspannung ab, weil man hat ja doch immer Sorge dass der Koffer nachher fehlt. Am Flughafen selber habe ich dann noch 20 EUR in Baht getauscht und bin dann raus um meinen Fahrer zu suchen.

Die Reise die ich nun antrete habe ich über STA Travel gebucht, die aber im Grunde hier nur als Vermittler für die Agentur G-Adventures auftritt. Die nächsten 20 Tage bin ich mit einer Reisegruppe von 18 Leuten unterwegs alle im Alter zwischen 18-35 Jahre.

Ich muss zugeben ich hätte es wahrscheinlich auch ohne den Fahrer geschafft, aber ich wollte mir nicht weiter Stress beim Tag der Einreise bescheren muss ich zugeben und von daher war es doch schön jemanden zu haben der einen direkt erwartet hat und mit genommen hat zu unserem Hotel.

Wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann sitzt in Thailand der Fahrer auf der Rechten Seite es herrscht also Links-Verkehr. Bangkok ist jedem ein Begriff, aber dass es dort so viele Wolkenkratzer gibt war mir vorher einfach nicht bewusst gewesen.

Innerhalb von einer halben Stunde war ich dann im „The Bangkokians City Garden Home“ wo wir schlafen sollten. Ich hatte keine 5 Meter in den Innenhof gemacht da kam schon ein Junger Asiate auf mich zu und fragte: „Are you doing the G-Adventure Tour?“, ich bejahte und es stellte sich raus, dass es Minh ist unser Travel Guide für die Tour ist. Ich brachte mein Sachen schnell aufs 8ter-Zimmer (!) und bin dann auf Empfehlung vom Guide noch etwas die Stadt erkunden gegangen. Auf die Empfehlung vom Minh bin ich in ein nahes Einkaufszentrum gegangen um dort Mittag zu essen. Ich nachhinein bin ich nicht mehr sicher ob er mich zu genau dem geschickt hatte wo ich gelandet bin oder nicht, den es gab unzählige Malls auf der Strasse und die wo ich für Mittag war, war mit Abstand die hässlichste und eher unmodern.

Es gab keine richtigen Einzelnen Geschäfte wie wir es kennen, sondern es war einfach im Grunde ein Gang voll mit unterschiedlichen Dingen.

Nachdem ich dann irgendwann den Bereich gefunden habe, hab ich mich recht schnell dafür entschieden Phat Thai zu essen und ich muss sagen es war super lecker, was irgendwie schräg war, war dass man vorher sich Wertmarken holen musste für das essen. Und ich habe noch etwas gesehen was ich vorher nicht kannte, es gab eine große Wasser Schüssel auf eine Art Herd, wo das Besteck neben stand und wenn man es sich geholt hat, hielt man es kurz vorher nochmal in das heiße Wasser.

Nach der Stärkung machte ich mich weiter auf entlang der Stadt und bin auf eine Art Rundgang gelangt und den entlang gelaufen. Insgesamt war ich ziemlich beeindruckt von Bangkok ich hatte mir nicht unbedingt etwas darunter vorgestellt und am Ende war es sehr Modern.

Um 18 Uhr war dann endlich das Treffen mit den anderen Reisenden, wie bereits erwähnt sind wir 18 Leute mit insgesamt 11 unterschiedlichen Nationalitäten. Minh stellte uns das Programm vor und abschließend sind wir alle noch zusammen essen gegangen. Wir sind dann alle aber früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen um 6 Uhr abfahren wollten um die kambodschanische Grenze zu überschreiten und die Reise richtig anzutreten.