Taipeh

Morgens noch vor 6 Uhr in einem neuen Land zu landen hat schon gewisse Vorteile, auch wenn es sich so schrecklich früh anhört: Das Personal am Flughafen ist noch recht gut gelaunt und es ist generell eher wenig los. Genauso war es auch als in Taiwan gelandet bin. Am Flughafen selber habe ich nur schnell etwas Geld abgehoben und eine neue Simkarte besorgt. Was mich hier gewundert hat ist dass ich für 27 EUR einen Monat unbegrenztes Datenvolumen kaufen konnte! Und das verrückte: Das funktioniert wirklich überall! Selbst wenn man mit Bus und Bahn unterwegs ist funktioniert es einwandfrei, wirklich klasse. Der Flughafen selber liegt relativ weit außerhalb und ich hatte mein erstes Hostel in laufnähe vom HBF gebucht, damit wenn ich in die Stadt reinfahre der Weg nicht mehr zu weit ist. Ich hatte anfangs etwas Sorge wegen Ticket kaufen und auch wegen der Beschilderung, denn in Taiwan wird chinesisch gesprochen heißt: chinesische Schriftzeichen! Aber überall ist die Beschilderung auch nochmal in Englisch also alles kein Problem, das Personal an den Schaltern spricht meist auch Englisch also kommt man ganz gut durch.

So kaufte ich also mein erstes Ticket und fuhr damit in die Stadt Taipei rein. Aus dem Hauptbahn heraus zu finden war eher kompliziert, den da kann Google Maps nicht helfen und es gab unzählige Gänge und Winkel weshalb es wirklich schwierig war den Weg heraus zu finden, als ich dass dann aber irgendwann hatte, habe ich auch relativ schnell mein Hostel gefunden. Richtig einchecken konnte ich dort aber erst um 15 Uhr, also bin ich direkt los gestiefelt um einen guten Kaffee zu besorgen und ein Frühstück. Bei so einer Suche laufe ich eigentlich eher der Nase nach und schaue nicht nach Google Maps sondern schaue erstmal was in direkter Umgebung von meinem Hostel ist. Direkt nahe bei war das National Museum von Taiwan was alleine von außen schon eine Wahnsinns Erscheinung ist. In dem Friedenspark der sich anschließt kann man viele Menschen sehen die schon früh morgens (vergesst nicht es war irgendwo zwischen 7 und 8 Uhr morgens) Tai Chi oder andere Gymnastische Übungen machen. Direkt dort in der Nähe habe ich ein kleines Cafe gefunden wo ich dann auch mich mit Blick aufs Museum niederlassen konnte. Dort habe ich dann meinen eigentlichen Schlachtplan ausgearbeitet und erstmal ein wenig recherchiert was ich mir alles in Taipei überhaupt ansehen möchte und dann auch was davon miteinander laufmäßig verbunden werden kann so dass es sinnvoll ist.

Als erstes habe ich mir die Chiang Kai-shek Memorial Hall angesehen und ich hatte nichts vorher darüber recherchiert, also kam ich um die Ecke und wurde regelrecht davon erschlagen! Zuerst ein riesiges Eingangstor was zu einem riesigen Platz weitergeleitet hat. Auf dem Platz links das Nationale Theater und rechts die Nationale Konzerthalle und gerade aus weiter die weiße Memorial Hall. Alleine wegen des vielen Platzes wirkt es wahnsinnig eindrucksvoll. Der Platz wird auch gut genutzt von vielen jungen Leuten die dort ihre Tanz-Choreographien geübt haben, aber auch von Sportgruppen die immer um den Platz gejoggt sind. Natürlich sind auch Touristen dort gewesen vor allem da es kurze Zeit später 10 Uhr schlug und zu den vollen Stunden die Zeremonie der Wachbesetzung gemacht wird. Es erinnert irgendwie entfernt an den Wachen-Wechsel am Buckingham-Palace.

Von dort aus bin ich dann weiter zum Taipeh 101 gelaufen, was gute 4 km entfernt war. Warum ich nicht die Bahn nehme? Naja weil man so dann deutlich mehr sieht. Ich bin in einen Blumenmarkt reingeraten den ich sonst niemals gesucht hätte. Außerdem sieht man mehr von dem alltäglichem Leben, wie z.B. die Schulkinder in ihren Uniformen, oder wie die Leute vor irgendwelchen Geschäften tatsächlich Schlange stehen um etwas zu kaufen. Ich schätze es gab gute Rabatt Aktionen, aber ich kann es nicht sagen, denn die Schilder konnte ich nicht lesen. Vielleicht stehen die Leute aber auch einfach gerne an, denn ständig sieht man Schlangen vor irgendwas.

Endlich am Taipei 101 angekommen, wurde ich auch hier erschlagen von der unheimlichen Größe des Gebäudes, das immerhin noch das 10. Höchste der Welt ist. Um ehrlich zu sein habe ich mich anfangs kaum reingetraut, den der Bereich unten sah aus wie das Foyer einer Firma, wenn man aber daran vorbei läuft kommt man tatsächlich noch zu einer Mall die mit angebaut ist. Irgendwo im Internet hatte ich gelesen dass es hier auch im 34. Stock einen Starbucks geben sollte und eigentlich wollte ich dort meinen 2. Kaffee trinken und Pause machen. Das ist aber gar nicht so einfach möglich. Um dort überhaupt reinzukommen, muss man den Tag vorher eine Reservierung machen, muss mindestens eine gewisse Summe ausgeben und darf nur 1 Stunde bleiben. Das war mir dann doch um ehrlich zu sein zu viel Aufwand.

Also bin ich weiter, weiter zum Elefant Mountain der direkt in der Nähe ist, von wo man einen tollen Überblick über die Stadt hat. Was ich nicht wusste war, dass man wenn man dort hoch möchte, nicht einfach nur einen Berg hochläuft, sondern man läuft über Treppen hoch. Schon nach kürzester Zeit war ich total kaputt, aber allen um mich herum ging es nicht anders. Auch wenn es unglaublich ermüdend ist nur die steilen Stufen hoch zu laufen, hat man schon nach kürzester Zeit einen wahnsinnig guten Überblick über die Stand und je weiter man läuft, desto besser wird es. Es gibt immer wieder Aussichtsplattformen, wo dann auch alle Fotos schießen, zur höchsten laufen aber dann die wenigsten Touristen, da es so schon wirklich sehr anstrengend ist und die Aussicht von den „niedrigen“ auch schon extrem gut ist.

Extrem gut hat mir aber nicht gereicht, ich wollte wirklich bis zur höchsten Plattform, und auch wenn ich oben komplett durchgeschwitzt angekommen bin, hat es sich mehr als gelohnt den die höchste Plattform ist fast komplett leer gewesen. Dort hab ich dann meine Mittagspause verbracht und ein wenig in der Sonne gesessen, bevor ich mich wieder an den Abstieg gemacht habe, der vergleichsweise wirklich nicht dramatisch ist.

Von dort aus dann weiter bin ich zu einer alten Tabak-Fabrik, die mitten in der Stadt liegt. Diese Fabrik wurde umgebaut und wird jetzt als Austellungsfläche für aufstrebende Künstler, oder bestimmte Ausstellungen und kreative Geschäfte genutzt. Direkt anbei liegt der Eslite bookstore, ein Bücherladen, der früher 24h Stunden geöffnet hatte und der den Leuten aktiv erlaubt dort zu lesen. Man konnte also früher den ganzen Tag oder die ganze Nacht dort verbringen und einfach lesen und keiner hat einen aufgescheucht. Leider hat der Buchladen jetzt „normale“ Öffnungszeiten, aber weiterhin kann man dort solange lesen wie man möchte.

Auch für den nächsten Tag hatte ich mir ein gutes Programm überlegt. Ich wollte zuerst zu dem Longshan Tempel, einem der größten und berühmtesten Tempel in Taipei. Bevor ich aber dortankam, stolperte ich in einen Wochenmarkt rein.

Von dort dann weiter zum Tempel, wo wirklich jede Menge los war, und ich rede jetzt nicht von Touristen, sondern es waren wahnsinnig viele Einheimische dort, die mal eben ein schnelles Gebet sprachen, Räucherstäbchen anzündeten, oder ihr Glück testeten und schauten ob ihre Wünsche sich erfüllen werden. Das kann man machen in dem man ein halbrundes Holzstück in der Hand hält, was sich in 2 Teile teilen lässt. Man stellt sich das vor was man sich wünscht, lässt die Holzstücke fallen und wenn eine glatte Seite Oben liegt und eine runde Seite oben, und dies 3x hintereinander passiert, dann wird der Wunsch sich auch erfüllen; vor chinesisch Neujahr wird das häufig gemacht.

Was Taipei aber auch zu bieten hat sind gute Museen, ich war also in dem Nationalen Museum was auch direkt in Hostel Nähe war, und es war wirklich eine tolle Ausstellung, und der Eintritt dafür hat tatsächlich nur 1 EUR gekostet. In dem oben schon mal erwähnten Friedenspark, gab es auch so eine Fläche mit so aufgerichteten Steinen wo man drüber laufen konnte, da ich so Fußschmerzen hatte vom vielen laufen, bin ich da dann auch mal hin. Während ich da war, war auch eine ältere Dame da die darauf tatsächlich Tai Chi Übungen gemacht hat, während ich kaum dort stehen konnte. Ich musste mich wirklich zwingen das Stück darüber zu laufen, das Ergebnis war aber genial, die Schmerzen waren weg! Aber länger aufhalten auf dem Ding konnte ich es trotzdem nicht. Ich war auch noch in der Memorial Hall, ein anderes Museum, Problem ist allerdings, das es dort alles auf Chinesisch oder Japanisch ist.

Für den nächsten Tag hatte ich mir überlegt nach Beitou zu fahren, einem Bezirk etwas außerhalb, der vorallem bekannt ist für seine heißen Quellen. Was es dort aber auch gibt ist die erste Bibliothek in Taiwan die „grün“ ist, sie ist eine der energieeffizientesten und ökologisch wertvollsten Bibliotheken in Ost-Asien.

Direkt in der Nähe ist dann das Hot Springs Museum, was sogar kostenlos ist und was eine Idee gibt, wie die ersten Thermal-Bäder hier ausgesehen haben.

Was ich anfangs nicht auf dem Schirm hatte war das Ketagalan Culture Center, was über die vielen ehemaligen indigen Völker von Taiwan aufklärt und Lebensweise und Bekleidung beschreibt und vergleicht.

Ubud

Richtig Glück hatten wir mit diesem Transport nicht, unserer Fahrer hielt an jeder Straßenecke an und versuchte uns die Sorten der Bäume zu nennen und erklärte welche Frucht an welchem Baum wächst usw. Das war ja soweit noch ganz nett, blöd wurde es nur als er fragte ob wir schon Luwak Kaffee getrunken hätten, wir bejahten und er dann fragte ob wir die Tiere schon gesehen hätten was wir verneinten. Hier haben wir nicht schnell genug geschaltet denn das Nächste was passierte war dass wir eben an genau so einem Ort hielten an dem wir vorher nicht hin wollten, wo die Luwaks in Käfigen gehalten werden, man ein Tasting der Sorten und außerdem noch von Tees macht und nachher dann irgendwo zum Kauf der Produkte genötigt wird. Also haben wir dass dann über uns ergehen lassen und nachher der Dame ein Trinkgeld gegeben die uns vorher durch den Hof geführt hat, um den zu entgehen und damit kamen wir dann aus dem Hof auch zum Glück wieder raus ohne kaufen zu müssen. Weiter ging also die Fahrt in dem unklimatisierten Auto und als wir endlich in Ubud ankamen waren wir ordentlich durchgeschwitzt und immer noch etwas sauer wegen der aufgezwungenen Tour, aber Ubud hat es direkt wett gemacht.

Ubud ist im Gegensatz zu den anderen Orten die wir besucht hatten vorher, sehr gut besucht gewesen und an jeder Ecke wimmelt es nur so vor Touristen, und dementsprechend auch Händlern die einem irgendetwas andrehen wollten. Da unsere Zimmer noch nicht fertig waren, machten wir direkt einen Spaziergang in der Mittagshitze den ordentlich geschwitzt waren wir ja eh schon daher machte es auch keinen großen Unterschied. Wir gingen den „Urban Rice Fields Walk“, der an vielen Reisfeldern aber auch vielen Hotels vorbeiführt. Das überraschendste war eigentlich dass man innerhalb weniger Schritte in eine kleine Gasse aus der lauten Stadt in die Felder entschwinden konnte, wo man gar nichts mehr von der Stadt hörte. Die Reisfelder sind aber wenn man die von Munduk kennt vergleichsweise eher weniger beeindruckend.

Ganz zufrieden, dass wir schon etwas gelaufen waren, machten wir uns für den Nachmittag fertig und wollten die Stadt erstmal in Ruhe ansehen und wenn man mal ehrlich ist wollten wir uns auch viele der schönen kleinen Geschäfte sehen die es überall gab. Etwas schönes geschah noch später am Abend, es war die Nacht bevor Lea Geburtstag hatte und wir waren aus dem Restaurant wo wir vorher schon lange gesessen hatten schon heraus gebeten worden, weil sie schließen wollten. Wir hatten Glück und haben noch ein anderes gefunden, was aber auch nur für uns dann offen geblieben ist. Als Lea dann kurz zur Toilette war habe ich natürlich die Gunst der Stunde genutzt und habe Sie darum gebeten etwas für 12 vorzubereiten. Sie sind dann noch extra los um Kerzen zu besorgen und dann um 12 ließen sie über die Lautsprecher Happy Birthday laufen und kamen mit Bananen Crepes mit Kerzen drin. Lea hat sich riesig gefreut und wir hatten den Moment in diesem Restaurant quasi für uns alleine.

Am nächsten Tag sind wir dann in den Monkey Forest gegangen der nahe bei unserem Hotel war. Wir waren schon darauf vorbereitet, dass die Affen deutlich aggressiver sein würden, so hatten wir auf jeden Fall gehört, aber vielleicht weil wir gerade während der Fütterung da waren oder vielleicht auch wie einfach Nebensaison ist, waren sie wirklich tiefen-entspannt. Im Grunde ist der Monkey Forest ein großer Park mit einigen Tempeln und um die 1000 Affen. Uns hat es gut gefallen aber es kann sein, dass es war, weil es eben durch Nebensaison auch nicht stark gefüllt war.

Für den restlichen Tag hatten wir uns auch noch was überlegt wir gingen den Campuhan Ridge Walk entlang der auch deutlich schöner war als der erstere Trail um zum Jungle-Fish zu kommen, einem großen Infinity-Pool im Dschungel der zu einem Hotel gehört, wo man aber auch Tagespässe kaufen kann. Auch wenn der Weg dorthin schweißtreibend war, war es im Pool anschließend umso schöner und wir haben dort den restlichen Tag verbracht.

Jungle Fish

Es gibt noch ein paar andere Sehenswürdigkeiten in der direkten Nähe von Ubud, also haben wir uns wieder einen Roller gemietet und sind los gedüst um sie zu erkunden. Direkt als erstes auf unserem Plan stand Pura Tirta Empul, der für viele von uns vermutlich bekannt geworden ist durch die Szene aus dem Buch/Film „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts. Es ist eines der bekanntesten hinduistischen Quellen wo man in ein Bad steigt und sich das frische Quellwasser über den Kopf strömen lassen und sich damit von allem Bösen reinigt. Dieses Ritual besteht auch immer noch und selbst die Älteren steigen immer wieder in die Quelle. Irgendwie war es im ersten Moment dann doch schon schräg, aber es war durch und durch ein spiritueller Moment, der von allen vor Ort sehr ernst genommen wurde, was es wirklich schön machte.

Pura Tirta Empul

Von dort sind wir weiter zu Goa Gajah der auch als Elefanten-Tempel ist, so genannt, weil das Gesicht in dem Stein einem Elefanten ähneln soll. Urteilt selbst ob ihr den Elefanten seht. Ich muss zugeben ich sehe ihn nicht so unbedingt. Was eher unschön war, war dass wir auf den Parkplatz gefahren sind und die Verkäuferinnen alle schon ihre Ware anpreisend auf uns zu rannten, wo wir noch nicht mal gehalten hatten. Sie versuchten uns einen Sarong, ein Rock der in dem Tempel drüber gezogen werden muss, anzudrehen. Bei den meisten Tempeln sind sie aber auf die Touristen vorbereitet und man kann sich einen Sarong leihen. Ziemlich geschickt von den Verkäuferinnen, bei uns hat es nicht funktioniert, aber als wir auf dem Rückweg waren, sahen wir dass tatsächlich andere Touristen am kaufen waren.

Glücklich der Sarong Falle entgangen zu sein.


Munduk

Alleine schon Munduk zu erreichen war recht abenteuerlich, denn die Fahrt ging sehr steile Berge und hatte unendlich viele Serpentinen. Nach ungefähr 3 Stunden kamen wir dann auch oben in Munduk an und machten uns direkt auf zu einem Spaziergang zwischen den Reisfeldern der wirklich super schön aber ebenfalls sehr steil war, da mit FlipFlops zu laufen war nicht die beste Idee aber es hat funktioniert.


Die Region hat viele Wasserfälle und für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen eine Wanderung zu machen um die vier Wasserfälle die in direkter Umgebung sind zu besichtigen. Wir hatten von dem Hotel in dem wir waren eine Art selbstgezeichnete Karte bekommen, die zwar nicht maßstabsgetreu war, aber half sich auf dem ungefähren Weg zu halten.

Das die Karte selbst gezeichnet war wurde auch zum Problem.  Die ersten beiden Wasserfälle haben wir auf jeden Fall direkt entdeckt und sind für den einen sogar mehr als 400 Stufen gestiegen, es hat sich aber auch wirklich gelohnt denn wir hatten die Wasserfälle komplett für uns alleine. Es war wirklich unglaublich schön.

Es wurde allerdings schwieriger als wir auf einmal vor einer Weggabelung standen die so nicht so recht auf der Karte eingezeichnet war, wir versuchten uns also zu orientieren und dachten wir gehen links. Wahrscheinlich lag da dann der Fehler. Der Weg den wir weiter gingen war noch für einen weiteren Kilometer recht schön, da er weniger Anstiege hatte als der Weg vorher aber er führte uns zu einer der Serpentinen Straßen auf der wir den Tag zuvor gekommen waren. So wie es von der Karte eingezeichnet war, dachten wir uns ok gut wir haben nicht den richtigen Weg genommen, aber es ist kein großer Umweg den wir jetzt machen also laufen wir jetzt außen herum. Das war ein großer Fehler. Erstmal sind wir ungefähr 3-4 km die nicht endenden Serpentinen hochgelaufen mit Anstiegen von über 80% und das alles in der prallen Sonne.

Als wir endlich oben auf dem Berg angekommen waren, kam dann auch ein rettender Kiosk wo wir uns direkt Cola und Wasser kauften, denn was wir da noch nicht wussten wir hatten noch 10 km Weg vor uns. Also liefen wir weiter und die Gegend um uns herum kam uns von dem Hinweg schon bekannt vor also dachten wir ach ja das müsste ja nicht mehr weit sein und umdrehen lohnt sich jetzt nach diesen Serpentinen auch nicht. Also sind wir weiter gelaufen immer an den Straßen entlang. Irgendwann erschien auf der rechten Seite dann ein Wasserfall und wir waren uns sicher dass es der sein müsste der als vierter auf unserer Karte eingezeichnet war, da dieser direkt an der Hauptstraße auch lag laut Karte. Und wir wussten von dort aus war es nur noch ein kleines Stück bis zu dem Ort in dem unser Hotel war. Dort machten wir dann erstmal kurz Pause, waren aber auch schon ordentlich fertig.

Wie sich später heraus stellte war es natürlich nicht der Wasserfall von der Karte und wir mussten noch weitere 3 km laufen. Als wir um halb 3 dann wieder im Hotel angekommen sind hatten wir 17,5 km gelaufen und waren hundemüde.

Auch in Munduk haben wir uns einen Roller gemietet um zu Pura Ulun Danu zu fahren, eine wunderschöne Tempelanlage zwischen den Bergen direkt angelegt an einem See. Es war die schönste von den Tempel-Anlagen die wir besucht hatten und mit Abstand auch die leerste. Alleine die tollen Blumen Beete aber dann auch dieses Panorama dabei.

Von dort sind wir dann weiter zum Botanischen Garten, aber der ist so weitläufig dass wir gar nicht so richtig die Orte gefunden haben wo man hätte hingehen sollen. Da wir von der Wasserfall-Wanderung noch ziemlichen Muskelkater hatten sind wir dann auch verhältnismäßig schnell wieder zum Roller zurück. Von dort sind wir dann noch weiter zu dem Handara-Gate, was ähnlich berühmt ist wie das Tor in der Nähe von Amed, nur dass man hier keinen Vulkan im Hintergrund hat. Ich muss zugeben es war schon etwas schräg 2,5 EUR zu bezahlen nur damit man 5 Min hatte vor dem Tor ein Foto zu machen. Das ist wirklich etwas schräg ehrlich gesagt man steht dann auch in Schlange. Da nicht so viel los war, haben wir es trotzdem gemacht.

Von dort sind wir dann nochmal auf dem Rückweg nach Munduk an dem Wasserfall angehalten, der eigentlich auf unserer Route gewesen wäre, da man ihn auch über die Hauptstraße betreten kann. Wir sind also hinunter gelaufen zum Wasserfall, aber nicht nur um einen weiteren Wasserfall zu sehen sondern auch um dort im Eco-Cafe Mittag zu essen. Also aßen wir auch hier wieder ein gutes Nasi Goreng und tranken abschließend noch einen Kaffee. Da es ein Eco-Cafe war, wollte ich unbedingt den Luwak Kaffee probieren, dass kann man an vielen anderen Ecken zwar auch nur an zu vielen Orten werden die Luwak-Katzen in Käfigen gehalten extra für die Touristen in Eco-Cafes jedoch nicht. Ich bekam direkt zum Vergleich noch den üblichen balinesischen Kaffee daneben gestellt um auch einen Vergleich zu schmecken und dieser war auch wirklich ziemlich deutlich. Ich bin kein Kaffee-Kenner nur ein Kaffee-Lieberhaber muss ich an dieser Stelle sagen, heißt meine Beschreibung vom Geschmack ist wirklich absolut laienhaft. Der Luwak Kaffee ist auch vom ersten Blick schon anders, den er ist deutlich dunkler als der typisch balinesische. Vom Geschmack ist er auch deutlich stärker und aromatischer als der andere, der fast schon wässrig daneben wirkt. Nachher habe ich nachgelesen, dass der Luwak Kaffee tatsächlich weniger Koffein enthält als der normaler, was man aber auf jeden Fall nicht am Geschmack merkt.

Eigentlich hatten wir vor gehabt auch hier wieder mit den online Taxi Diensten weiter nach Ubud zu fahren, doch in dieser Region sind die Dienste verboten, online steht zwar dass man manchmal Glück haben kann und jemand erwischen kann aber halt nicht immer. Wenn man die offiziellen Taxis dann bestellt sind vom Preis dann aber nochmal 10 EUR teurer als die anderen. Wir hatten aber hier keine Wahl und haben also ein offizielles Taxi bestellt.

Amed

Amed ist auf den ersten Blick deutlich weniger touristisch als Sanur oder Changgu. Das schöne ist das man hier direkt auch am Meer ist und direkt schnorcheln gehen kann, da dass Wasser wirklich wunderschön glasklar ist.

Das haben wir auch direkt gemacht, nachdem wir in unseren Bungalow eingecheckt haben. Nach dem Baden haben wir uns noch Brot gekauft und dass dann auf der Terrasse unseres Bungalows vertilgt mit einem herrlichem Blick aufs Meer. Unser Bungalow hatte zwar keine Klimaanlage was bei mehr als 30 Grad nicht einfach ist, aber wir hatten einen Ventilator, deswegen hatten wir uns in der ersten Nacht überlegt die Tür nach vorne nicht komplett zu schließen, sondern nur anzulehnen damit noch etwas mehr frische Luft einströmt. Irgendwann mitten in der Nacht wachte ich auf und schaute nach vorne und sah, dass die Tür komplett offen war ich setzte mich also ruckartig auf weil ich dachte oh je jetzt wurden wir auch noch ausgeraubt. Lea die auch nicht so tief geschlafen hatte wachte sofort auch auf und nachdem wir überprüft hatten ob alles da war, haben wir erstmal mit geschlossener Tür weitergeschlafen. Wir dachten eigentlich, dass es dann der Wind gewesen sein müsste, aber mittlerweile verdächtigen wir eine Katze die sich nämlich am zweiten Abend als wir auch auf der Terrasse saßen in den Bungalow schlich.

Amed besticht eben nicht nur durch den schönen Strand sondern auch dadurch, dass es nah an vielen weiteren Sehenswürdigkeiten ist. Für den zweiten Tag in Amed haben wir also einen Roller gebucht und sind extra früh aufgestanden, damit es an dem berühmten Penataran Lempuyang leerer wäre. Alleine die Fahrt dorthin war mit einer der schönsten Strecken die wir gefahren sind. An vielen Reisfeldern vorbei und ganz steile Serpentinen sind wir hoch bis wir endlich am Penataran Lempuyang waren. Um das Eintrittsticket zu kaufen mussten wir tatsächlich dann schon anstehen… Dementsprechend war es auch schon als wir beim Tempel dann angekommen sind. Überall waren schon Schlangen gebildet um an bestimmten Hotspots ein Foto zu machen. Das war uns dann doch ehrlich gesagt ein wenig zu viel. Für mit einer der bekanntesten Fotos was man aus den Social Media Netzen von Bali kennt hätten wir mehr als eine Stunde warten müssen. Manchmal ist es doch verrückt was so ein Hype auswirken kann.


Etwas de-illusioniert sind wir also weiter gefahren zu Tirta Gangga, einem Wasserpalast, wo es sehr dicke Kois gibt und viele einzelne kleine Teiche in einem wunderschön angelegten Garten. Gerade wenn man mal bis in die hinteren Teile des Gartens geht hatte man in fast komplett für sich alleine, weil viele nur vorne an dem ersten Teil bleiben. Am beeindruckensten war aber dass direkt noch auf dem Gelände eine kleine Baustelle war, wo Frauen große Eimer mit Sand hin transportierten. Beeindruckend deshalb, weil sie die großen Eimer einfach auf dem Kopf trugen und dort hintrugen.


Anschließend sind wir noch zu 2 tollen Aussichtspunkten über die Reisfelder und des Vulkans gefunden und waren dann zwar eigentlich schon relativ erschossen, aber beschlossen noch einen weiteren Ort zu besuchen: Rumah Pohon.
Rumah Pohon hatten wir einfach nur auf der Karte entdeckt, und dass dort vorher noch nicht viele Touristen hin gekommen sind haben wir alleine schon daran erkannt, dass wir recht groß beäugt sind als wir dort zwischen den Feldern her gefahren sind. Die Schulkinder die auf dem Weg nachhause waren, winkten uns zu. Dann endlich angekommen, wunderten wir uns als erstes über die hohe Bambustreppe die recht weit hoch ging, dann aber auf einmal im nichts endete und man aber sah dass unter der Treppe noch eine Treppe war die zu einer Tür führte. Also wieder herunter geklettert und die andere Treppe hoch. Um ehrlich zu sein, wir haben nicht wirklich verstanden wofür die Bambustreppe da ist, vielleicht ist sie noch nicht fertig gewesen? Falls jemand den Grund kennt, schreibt ihn unten bitte in die Kommentare, es würde mich wirklich mal interessieren. An der Tür angekommen wurde sie auch direkt geöffnet und wir kamen in eine recht surreale Welt. Ein angelegter Garten mit Hobbit-Häusern und einer Art Torten-Skulptur wie man sie vielleicht noch von Mario-Kart kennt. Es war wirklich eine skurrile Landschaft. Wir konnten auf eine Art Aussichtsterrasse gehen und haben von dort aus, das komplette Tal überblicken können und bis zum Meer sehen können. Und genau dort haben wir dann auch Mittag gegessen mit diesem Wahnsinns Ausblick.

Obwohl wir kurz beide noch einen Mittagsschlaf gemacht haben in den Hängematten dort, haben wir es doch noch rechtzeitig geschafft aufzubrechen, denn wirklich keine 10 Sekunden nachdem wir den Roller vor unserem Bungalow abgestellt hatten, fing es an wie in Strömen zu regnen. Den restlichen Nachmittag hörte es auch nicht mehr wirklich auf, aber das war uns recht, wir hatten wieder frisches Brot und etwas Wein für das Abendessen gekauft und haben uns dann nur noch auf die Terrasse zum lesen gesetzt und so den restlichen Nachmittag/Abend verbracht. Das war aber auch der einzige Regen-Nachmittag den wir hatten.

Aus Amed wieder weg zu kommen erwies sich als schwieriger als wir dachten, was wir nämlich vorher nicht wussten ist das Grab, Uber und GoJek auf gewissen Teilen der Insel verboten sind. Und genau das war hier auch der Fall. Wir versuchten also eine Std verzweifelt eine Weiterfahrt zu organisieren bis die Besitzerin der Bungalows uns zu Hilfe kam und schlussendlich über Verwandtschaft uns einen Fahrer organisierte. Sie war für uns wirklich ein absoluter Segen. Also konnten wir wieder etwas verspätet nach Munduk losfahren was hoch in den Bergen und im Inland liegt.

Sanur

Ja der lag quasi direkt vor unserem Zimmer.

Eigentlich hatten wir gar nicht geplant nach Sanur zu fahren. Wir hatten eigentlich geplant die ersten beiden Nächte in der Nähe von Changgu zu machen, dem Surfer Hotspot. In irgendeinem der vielen Reiseblogs hatte ich von Homestay.com gelesen, wo man direkt bei Einheimischen sich ein Zimmer mieten kann, also ähnliches System wie Airbnb. Da drüber haben wir dann das Haus von Marco gefunden, ein Schweizer der sich jetzt nach Bali abgesetzt hat und dort ein wunderschönes Haus gemietet hat. Vorteil hier war dann dass Sanur nur eine halbe stunde von dem Flughafen weg war und wir dann nicht mehr so lange warten mussten.

Auch wenn wir uns den Wecker gestellt haben, haben wir doch kräftig direkt verschlafen. Konnten dann aber mit Marco einen Wagen mieten und er hat uns die Gegend gezeigt so dass wir eigentlich schon die schönsten Spots im Süden gesehen haben.

Wir sind nach Changgu selber gefahren, was wirklich eine Art Hipster – Hotspot ist mit vielen kleinen Restaurants, Bars und Cafes. Direkt am Strand kann man aber trotzdem immer noch für 25k IDR essen, was umgerechnet ca. 1,70 ist.

Übrigens das dort im Sand liegt ist nicht Müll, sondern dass sind Opfergaben. Die liegen wirklich überall und man muss wirklich aufpassen das man sie nicht zertrampelt.

Von dort sind wir noch weiter in einen Affentempel Alas Kedaton in Kediri gefahren der eher unbekannt ist im Vergleich mit dem berühmten Monkey Forest in Ubud. Ich würde auch absolut empfehlen dort hin zu fahren, denn die Affen sind viel entspannter und ruhiger, da auch deutlich weniger Touristen dort hinfahren.

Von dort sind wir nochmal weiter zur perfekten Sonnenuntergang Zeit zu Tanah Lot, einem berühmten Tempelinsel. Das war dann auch der erste Moment wo wir dachten, oh Gott ist es voll hier. Was vermutlich aber normal ist, denn es ist eines der berühmtesten Sehenswürdigkeiten und gerade zum Sonnenuntergang ist es traumhaftschön. Um den Massen zu entkommen sind wir oben zu den Terassen gegangen von dort hatte man einen perfekten Ausblick und wir konnten in erster Reihe direkt an der Klippe sitzen und eine eiskalte Cola trinken und den schönen Sonnenuntergang beobachten. 

Um weiter nach Amed zu kommen haben wir am nächsten Tag uns einfach ein Grab (Taxi) bestellt was uns für umgerechnet 28 EUR gekostet hat für eine Strecke von 2,5 Stunden. Eigentlich wollten wir um 10 Uhr spätestens das Taxi rufen, aber beim packen der Sachen viel auf, dass mein Pass irgendwie fehlte. Wir haben komplett die Rucksäcke also ausgeleert und überall gesucht aber der Pass war unauffindbar. Irgendwann meinte ich zu Lea sie sollte ruhig schon mal runter in die Küche gehen sich etwas zu essen machen, ich würde nochmal meinen Rucksack erneut auf links drehen. Das tat Lea dann auch und entdeckte dann aber dass mein Pass noch im Kopierer lag, den für den „Check-in“ bei Marco mussten wir die Pässe am ersten Abend abgeben, damit er sie kopieren konnte. Wir waren auch eigentlich sicher dass wir dann beide Pässe zurück bekommen hatten aber dem war nicht so. Etwas verspätet aber absolut erleichtert machten wir uns anschließend auf den Weg nach Amed.

Bali

Generelles

Zum Auftakt des neuen Jahres ging es direkt nach Bali, mit der lieben Lea zusammen. Die Planung begann erst im November dafür, denn eigentlich wollten wir nach China reisen, dort gibt es recht komplizierte Visa-Vorgaben, und in dem Zeitraum zwischen Weihnachten und Neujahr ein Visum zu bekommen, hätte zu leicht schief gehen können. Also entschieden wir uns nach Bali zu reisen. Was jetzt im Rückblick auch absolut die richtige Entscheidung war. Unsere Route legten wir nur grob fest und buchten nur die ersten beiden Übernachtungen, um danach spontan entscheiden zu können wohin wir weiter wollten.

Wenn man recherchiert was man im Januar in Bali machen soll/kann, steht überall das es im Januar nur am regnen ist und man besser zu jedem anderen Monat hinreisen sollte. Wir hatten deswegen auch schon etwas Sorge und waren auch gut ausgestattet mit Regenkleidung für die Reise, aber ich weiß nicht genau ob die Regenzeit vielleicht nicht so drastisch ist wie online dargestellt, oder ob wir einfach immer zum guten Wetter hingefahren sind, auf jeden Fall hatten wir nur einen Nachmittag in diesen zwei Wochen Regen! Das herrliche daran ist dann aber dass im Januar touristisch wirklich nichts los ist! Je nachdem wo man war ist man auf keinen einzigen Touristen gestoßen und wir hatten vieles einfach für uns alleine was es nur noch schöner machte!

Kostenmäßig war es auch absolut im Rahmen, das einzig teure ist der Flug dorthin. Hier eine kurze Kostenaufstellung damit Ihr eine Idee davon bekommt was für ein Budget man einplanen muss.

KategoriePreis pro Person (innerhalb 2 Wochen)
Unterkünfte89 EUR
Essen71 EUR
Sehenswürdigkeiten33,25
Transporte80 EUR

Für die Buchungen der Übernachtungen nutzten wir Booking, Agoda und Homestay.com. Die Transportkosten erscheinen vielleicht auf den ersten Blick recht hoch, aber im Grunde hatten wir alle sind wir von einem zum anderen Ort mit Taxi gefahren und das waren meistens so Strecken um die 2 Stunden herum und mit dem im Hinterkopf erscheint es schon wieder deutlich günstiger oder?

Unsere Route war die folgende: Gestartet mit 2 Nächten in Sanur von dort aus sind wir für 2 Nächte nach Amed. Von Amed aus für 3 Nächte nach Munduk und dann nochmal für 3 Nächte nach Ubud. Die letzte Nacht verbrachten wir in Kuta, da es direkt beim Flughafen ist.

Genaueres dazu was wir wo gemacht haben findet ihr in den Berichten zu den jeweiligen Orten.

Christmas Party

Irgendwann hat mich Yi Tsen gefragt, ob wir nicht so Weihnachten mal feiern können, wie es in Deutschland gemacht wird. Alex (der andere deutsche Austauschstudent) und ich haben eine Weile überlegt wie wir dass konkret anstellen sollen, den hier in Kampar ist um ehrlich zu sein gar nichts weihnachtlich. Vor ein paar Tagen habe ich im Supermarkt auf einer Keksdose einen Weihnachtsmann gesehen, das wars dann aber auch schon. Also wie feiert man dann Weihnachten?

Nun wie ich bereits in dem Singapur Beitrag erzählt habe, hatte ich vor kurzem Besuch aus Deutschland, der mir nicht nur Pumpernickel gebracht hat sondern auch noch Spekulatius! So die Spekulatius waren also schon mal ein Muss für die Weihnachtsfeier. Und was braucht man noch? Glühwein! Oder in unserem Fall eher Kinderpunsch, da hier wenig/kein Alkohol getrunken wird. Wenn wir dann noch Weihnachtsmusik hinzufügen dann müsste doch auch ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommen oder?

Wir haben also den Kinderpunsch zubereitet, die Kekse bereit gestellt und die Weihnachtsmusik laut aufgedreht. Dann haben wir, die mit denen wir eigentlich immer was zusammen machen, alle eingeladen vorbei zu kommen um ein paar neue Dinge zu probieren.

Während Pumpernickel eher unbeliebt war, erfreute sich der Spekulatius und auch der Kinderpunsch direkt an hoher Beliebtheit.

Das ganze hat aber irgendwie nicht so richtig zu einer Weihnachtlichen Stimmung geführt, was auch schwer ist wenn man dort in Tshirt und Shorts sitzt und ohne irgendwelche Weihnachtliche Deko. Ich glaube da fehlt dann einfach der Gang zum Weihnachtsmarkt mit den Freunden, vielleicht auch das kalte Wetter, was es dann Weihnachtlich machen, oder was meint ihr? Was versetzt Euch in Weihnachtsstimmung?

Farewell Dinner

Als uns die Einladung zum Farewell Dinner erreichte, waren wir etwas verwirrt. Nicht darüber dass es so einen Termin gab, sondern darüber das er schon Ende November stattfinden sollte. Das ist ja eigentlich recht früh wenn man bedenkt dass die Klausuren noch bis zum 20. Dezember gehen. Da aber in der letzten November Woche offiziell die Vorlesungen aufgehört haben und viele auch nur in der ersten Dezember Woche Klausuren hatten, sind tatsächlich schon einige jetzt abgereist.

Wir haben uns in dem von außen schönsten Gebäude von Kampar getroffen: dem Grand Kampar Hotel (siehe Link: https://www.bing.com/images/search?q=grand+kampar+hotel&FORM=HDRSC2) und haben dort mit dem Großteil der Austauschstudenten ein letztes Mal alle zusammen Abend gegessen. Der Tisch war so lang das man das Ende kaum gesehen hat. Etwas schräg ist, dass obwohl 30 Leute nicht so viel sind, kennt man eigentlich nur so die Leute die mit in dem selben Haus wohnen und vielleicht noch 1-2 Ausnahmen, den Rest hat man dann doch irgendwie in der kurzen Zeit gar nicht kennengelernt.

7 Wochen Uni Zeit gehen sehr schnell um, vor allem wenn der Stundenplan so voll ist wie der meine. Ich muss zugeben richtig traurig bin ich nicht, dass die Vorlesungszeit vorbei ist, denn so kann ich meinen Tag jetzt stärker selber bestimmen und mir in Ruhe einteilen wann ich für welche Klausur lerne, ohne alles gleichzeitig machen zu müssen und in Zeitnot zu sein. Das war nämlich eher der Dauerzustand der letzten 7 Wochen.

Jetzt in der Klausurphase ist es deutlich ruhiger und man merkt auch, dass viele der Studenten hier in der Heimat sind und dort auch für die Klausuren lernen.

Die erste von den 5 Klausuren habe ich schon hinter mir und ich bin recht zufrieden damit wie es gelaufen ist. Es dürfte denke ich mal bestanden sein. Jetzt kommen noch 4 Stück und dann ist es auch geschafft.

Ein letztes Bild mit allen zusammen bevor sich alle wieder in der Welt zerstreuen.

Singapur

Schon eigentlich bevor ich nach Malaysia geflogen bin, stand dieser Termin schon fest. Das lag daran das meine Chefin genau an diesem Wochenende mit ihrem Verlobten naemlich fuer eine Nacht in Singapur sein wuerde also verabredeten wir uns.

Hingefahren bin ich mit dem Bus den man recht einfach ueber Seiten wie easybook.com buchen kann. Die Hin und Rueckfahrt hat mich ungefahr 30 EUR gekostet was ich fuer insgesamt 16 Stunden Fahrt absolut in Ordnung fand. Die Busse sind auch sehr bequem man kommt sich eher vor als ob man in grossen Sesseln sitzt und kann sie auch weit nachhinten stellen so dass man gut schlafen kann. Um so viel Zeit wie moeglich in Singapur zu haben bin ich mit den Bussen ueber Nacht gefahren.

Singapur ist absolut futurisitisch. Alles ist modern, die Buergersteige sind blitzblank (es gibt auch hohe Strafen dafuer wenn man bspw. eine Zigarette hinwerfen wuerde) und man fuehlt sich absolut wohl in dieser Metropole. Wir haben uns die Fuesse platt gelaufen und an einem Tag sind wir zumindestens laut Schrittzaehler meines Handys knapp 30 km gelaufen. Ob der Schrittzaehler wirklich genau ist, ist was anderes, aber wir sind wirklich weit gelaufen!

Da ich in diesem Post eigentlich mehr die Bilder zeigen moechte, will ich nur von 3 Highlights erzaehlen.

Da meine Chefin, ja Frisch aus Deutschland eingeflogen kam, hat sie mir PUMPERNICKEL mitgebracht! Nach 3 Monaten Toastbrot, kann man kaum beschreiben wie ist es wieder ein Pumpernickel zu beissen. Es ist wahrlich eine Geschmacksexplosion!! Im Ausland merkt man immer wieder wie sehr wir Deutschen doch eine Brotkultur haben.

Ein weiteres kleines Highlight war das Baden im Marina Sand Bays Pool! Dieser Infinity Pool liegt im 57 Stock des Marina Sand Bays Hotels. Leider ist dieser Pool allerdings nur fuer Hotelgaeste bestimmt, was irgendwo auch seine Exklusivität wahrt. Wir hatten aber das Glueck uns fuer die letzte Stunde vor dem aus checken die Zimmerkarte meiner Chefin borgen durften, und somit Zutritt zum Allerheiligsten hatten: Dem Pool im 57 Stock.

Die die mich kennen, wissen das meine absolute Lieblingsserie F.R.I.E.N.D.S ist. Eine Serie die mittlerweile zwar schon eher als oldschool gilt, aber oberklasse ist. Meine Eltern haben sie schon immer geschaut als ich noch klein war, ab irgendwann durfte ich dann auch mitschauen und es ist nach all den Jahren immer noch meine absolute Lieblingsserie! Wer sie noch nicht kennt unbedingt mal ansehen, sie ist auf jeden Fall auf Netflix zu sehen und manchmal auch late night im Disney Channel. Worauf ich eigentlich hinaus will, ist dass Singapur ein Cafe hat was dem aus der Serie nachgebaut ist! Der Kaffee wurde in genau den selben großen Tassen ausgeschenkt wie im Film und es gab dieses herrlich orangene Sofa, was immer der Mittelpunkt ist. Das Beste? Die Serie wurde ueber einen Beamer die ganze Zeit gespielt. Es gab auch eine Ecke wo die Kueche von Monica und Rachel nachgebaut ist. Es war absolut herrlich, ich haette den ganzen Tag dort verbringen koennen.

Gua Tempurung

Die Gua Tempurung Hoehlen sind nur ca. 12 km von Kampar entfernt, und waren eigentlich vor Wochen schon auf unserem Besichtigungsplan, aber da wir damals zeitlich zu spaet dran waren haben wir es verpasst dort mal reinzuschauen. Als wir durch eine Zwischenpruefung, die auf einem Samstag lag, gezwungen waren in Kampar zu bleiben, nutzten wir den Sonntag dann um endlich die Gua Tempurung Caves zu besichtigen. Die Hoehle ist die groesste natuerliche Kalksteinhoehle in Malaysia und ungefaehr 1,5 km lang.

Tempurung Crew – das seltsame Schnipszeichen was wir mit den Haenden formen ist uebrigens ein kleines Herz.

Ich war noch nie in einer Hoehle wo man so viele Treppen steigen musste. Vielleicht kann man das auf den Bildern erkenne es waren wirklich viele und teilweise auch echt steil hoch, also war damit das Sportprogramm fuer den Tag schon mal erledigt.

Wie ihr auf dem Bild sehen koennt waren wir 5 Leute. Da wir selber kein Auto zur Verfuegung haben rufen wir hier meistens ein „Grab“, das ist sowas aehnliches wie Uber nur fuer Asien (Also eine Art Taxi-Dienst). Das war auf dem Hinweg kein Problem, wir haben 2 Taxis gerufen, die kamen auch recht flott und brachten uns zur 12 km entfernten Hoehle. So, was wir allerdings nicht bedacht hatten war dass die Hoehle im Nichts eigentlich ist und daher die Chancen dort ein Grab zu bekommen (die Fahrer muessen die Fahrt nicht annehmen wenn sie nicht wollen) eher gering sind. Um es mit besseren Worten zu sagen sie sind gleich null. Das wurde uns bewusst nachdem wir die erste Stunde vergeblich gewartet hatten. Also entschieden wir zur naechsten staerker befahrenen Strasse zu gehen, weil dort auch eine Bushaltestelle war. Der Fussweg von 2,5 km war eigentlich nicht sehr weit, nur bei 33 Grad meist in der prallen Sonne, kommt er einem dann doch sehr weit vor.

Als wir endlich die Haltestelle dann erreichten, waren wir uns dank Google sicher dass der naechste Bus in 10 Minuten kommt. Ja auf Google ist leider nicht immer verlass. Eigentlich sollte in der Stunde die wir dort standen 2 Busse kommen, es kam natuerlich keiner. Wir konnten zwar einen Bekannten aus Kampar finden, der vier von uns haette nachhause bringen koennen, aber der wollte nicht zwei mal fahren und wir waren ja zu 5. Also standen wir weiter in der Sonne, denn wenn man sich in den Schatten stellte wurde man von Moskitos gebissen. Also standen wir in der prallen Mittagssonne und hofften darauf dass ein Grab uns endlich „annehmen“ wuerde.

Das geschah natuerlich nicht. Stattdessen passierte etwas besseres. Ein Schwarzer Gelaendewagen hielt neben uns an. Nadia war unsere Rettung. Sie hatte das Auto zwar eigentlich voll mit Einkaeufen ihren 3 Kindern und noch einer Bekannten, hat aber Platz geschaffen und schon mal Naoko und mich mitgenommen. Die Jungs konnten dann den Bekannten anrufen und mit ihm dann nachhause fahren. Nadia meinte ganz entspannt ihr waere das frueher auch schon mal passiert, von daher wuesste sie genau wie das ist wenn man da steht und nicht zurueck kommt. Sie brachte uns heim und wir tauschten nochmal Nummern aus, denn wenn ich das naechste Mal in Kuala Lumpur bin, werde ich sie definitiv auf einen Kaffee einladen um mich zu bedanken!

Der Abendhimmel an diesem Tag
(fotografiert vom Balkon)